Hans Niederdorfer

Daten

*13.05.1938 Chur GR, +23.07.2016 Trimmis GR

Instrumente

Klarinette

Biografie

Klarinettist, Sohn eines Molkereiarbeiters, lebte bis 1969 in Chur und wohnte seither in Trimmis. Mit neun Jahren erlernte er durch Selbstunterricht das Spiel auf der Klarinette und gesellte sich danach der Knabenmusik Chur zu. Von Beruf Radioelektriker, befasste er sich anfänglich mit der volkstümlichen Tanzmusik als Leiter mehrerer Formationen, u.a. der «Kapelle Hans Niederdorfer», bis er 1961 die Kapelle «Via Mala» aus der Taufe hob, deren Name nachgerade zum Markenzeichen für seine musikalische Ausdrucksweise wurde. In der Besetzung Klarinette, zwei Akkordeons und Bassgeige pflegt er eine neuartige Bündner Volksmusik, die deutliche Züge der Innerschweizer Stilrichtung trägt und dadurch an seine Vorbilder Jost Ribary und Edwin Bär erinnert. Dies gilt für seine Vortragsart wie für die weit über tausend Eigenkompositionen, worunter sich eine Vielzahl wirksamer und leicht spielbarer Tänze befindet. Einer seiner langjährigen Gefährten, der Akkordeonist Jakob Keller (*1932), hat sich gleichfalls als geschickter Melodienschöpfer ausgezeichnet. 1957 richtete Hans Niederdorfer beiläufig einen eigenen Notenverlag ein und brachte die ersten seiner Tänze und bald auch solche seiner Mitspieler heraus. Seither hat er eine beachtliche Anzahl von Ländleralben für Klarinette folgen lassen, die das eigene Schaffen, aber auf weite Strecken auch jenes von Silvio Caluori, Peter Zinsli, Carlo Brunner, Edwin Bär dokumentieren. Heute hauptberuflich als Fernseh- und Videotechniker tätig, half er in jüngster Zeit auch beim Radio mit, Volksmusiksendungen zu gestalten. Neben einer Menge von Schallplatten und vielen Radio- sowie Fernsehauftritten, die er vorzuweisen hat, kann er auf Konzerte in mehr als einem Dutzend europäischen Ländern zurückblicken.

Objekte