Otto Würsch

Daten

*08.08.1908 Emmetten NW, +23.12.1962 Kilchberg ZH

Instrumente

Kontrabass Posaune

Biografie

Aufgewachsen in Luzern als Sohn eines Maurerpoliers und Trompeters, entwickelte er sich früh vom Volksmusikanten zum Orchestermusiker und hochgeschätzten Begleiter vieler Ländlergrössen der dreissiger und vierziger Jahre. Gleich nach Schulabschluss stellte er sich zusammen mit seinem Vater, der ihm den ersten Musikunterricht erteilte, verschiedenen Kapellen zur Verfügung. Bald führte ihn sein Weg zur Stadtmusik Luzern, die ihn als Trompeter, Posaunist und am Waldhorn einsetzte, sowie an die dortige Musikakademie, die sich seiner theoretischen Ausbildung annahm. Die erste Formation, in der er etwa an der Emmetter Älplerchilbi 1927 mithalf, war jene des Luzerner Klarinettisten Sebastian Kaufmann. In der Begleitung teilten sich ausser ihm am Bass und an der Posaune der Handorgelspieler Res Amstad sowie sein Vater Otto K. Würsch, Trompete. Ab 1928 war er mehrere Jahre hindurch mit Sepp Omlins Kapelle «Brünigklänge» beruflich unterwegs. Dieser Dienst kam seinen vielseitigen Anlagen besonders entgegen, galt es doch, in den einschlägigen Konzertlokalen den Wünschen eines breiten Publikums gerecht zu werden. 1934 fand er eine feste Anstellung als Waldhornist beim Radio-Orchester, das sich später dem Tonhalle-Orchester Zürich anschloss. Ausdruck der Wertschätzung, die ihm diese Institution entgegenbrachte, bildete seine Ernennung zum Dirigenten ihrer sommerlichen Promenadenkonzerte. Ein weiterer ehrenvoller Auftrag wurde ihm durch die Kantonspolizei Zürich zuteil, als sie ihm 1947 die Leitung ihrer Korpsmusik übertrug. Sein Einsatz und seine präzise Stabführung wurden insbesondere am Jubiläumskonzert 1952 im Zürcher Kongresshaus sowie am Weltmusiktreffen 1958 im holländischen Kerkade gewürdigt und mit Beifall bedacht. Seine Neigung zur Volksmusik brach sich immer wieder Bahn. So gründete er 1947 mit zehn Angehörigen des vorgenannten Korps die «Freudenberger Dorfmusik» und schrieb auch gleich die für diesen Klangkörper geeigneten Stücke. Viele Erfolge konnte er schliesslich mit der «Harmonie» Wädenswil feiern, die ihn 1953 zum Nachfolger des sechs Jahre später verstorbenen Musikdirektors J. H. Müller bestimmte. Im Militär bekleidete er den Rang eines Trompetergefreiten des Bataillonsspiels 45. Nachdem er als Tonhallemusiker seit 1934 in Zürich gelebt und hier öfters auch Jost Ribary ausgeholfen hatte, übersiedelte er 1956 nach Kilchberg, wo er bis zu seinem Tod ansässig war. Er hinterliess an die 150 Kompositionen verschiedener Gattungen, mehrheitlich volkstümliche, von Hans Roschi verlegte Tänze, dazu Konzertwalzer, Fantasien und andere Werke für Blasorchester und Harmoniemusik. Hervorzuheben sind seine Instrumentation von Dvo[äks 1. Satz der Sinfonie «Aus der neuen Welt» sowie, völlig anders geartet, die vier Lieferungen mit Eigenkompositionen, betitelt «Freudenberger Dorfmusik». Manche seiner Ländler erschienen auf Schallplatten der Marken «Kristall» und «Gloria».

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