Hermann Lott

Weitere Namen

Spitzname: Töff-Hermi

Daten

*26.06.1904 Ibach SZ, +11.07.1992

Beruf

Fahrzeughändler

Instrumente

Klarinette Saxofon

Biografie

Klarinettist, dessen Vater Maschinist und Mechaniker war, nebenbei mit Musikalien und Schallplatten handelte sowie Handorgel und Violine spielte. Der junge Lott, beheimatet in Ibach, gelangte schrittweise von der Handorgel über die Violine, die er mit vierzehn Jahren schon ordentlich spielte, zur Klarinette, auf der er sich als Siebzehnjähriger ausbilden liess. Sein erster Auftritt als Tanzmusiker in Ibach fiel noch in seine Lehrzeit als Automechaniker in der väterlichen Werkstatt. Bald nahm er mit dem dazumal in Schattdorf lebenden Kasimir Geisser Verbindung auf, musizierte um 1922/23 bisweilen mit ihm zusammen im Urnerland und war der erste, der dessen Tänze von den Musterplatten in Noten setzte und sie nachspielte. 1926 gründete er in Schwyz seine erste Kapelle «Lott und Kappeler». 1927 kam er nach Zürich, wo er während zweier Jahre in einer Motorradfabrik arbeitete und die Wochenenden meist mit Musizieren zubrachte, indem er sich u.a. Handorgelspielern wie Anton Frey, Willi Lipp und Willi Vogel anschloss. 1928 bespielte er in Stuttgart, teils mit Eigenkompositionen, seine ersten Schallplatten für die Marke «Clausophon», wobei ihn Anton Frey und Willi Lipp auf der Handorgel begleiteten. Etwas später folgte ihm Willi Vogel für Aufnahmen nach Berlin. Nach der Rückkehr 1931 an den Ort seiner Herkunft hob die erfolgreiche Zeit seiner musikalischen Laufbahn an. Zuerst noch ein Jahr lang an den Wochenenden mit Willi Vogel in Zürichs Ländlerhochburg «Konkordia» im Einsatz, wirkte er danach in den Kapellen «Echo vom Mythen» und «Lott-Schmidig» mit. Neben deren Mitspielern Anton Frey, Karl Schuler und Jakob «Giacomo» Wiget zählten oft auch Josef Frischherz, Moritz Kennel, To. ni Schuler und Werner Schelbert zu seinen Partnern. Schallplattenaufnahmen mit der Formation «Lott-Schmidig» wurden in Paris und Mailand getätigt. Lott hat seit seinem zwanzigsten Altersjahr an die 200 einfallsreiche, prägnante Tänze geschaffen, beispielsweise die beiden Schottisch «Im Heuet» und «Donauer im Ackerfeld» oder die Polka «Anneli bringt es Lagrein». Eine Vielzahl davon spielte er auf rund 150 Schellackplattenseiten. Als Interpret war er nicht nur einer der besten Ländlerklarinettisten der dreissiger Jahre, sondern gleichermassen ein vortrefflicher Es-Alto- und Sopransaxophonist. Während 35 Jahren gehörte er überdies der Feldmusik Schwyz als 1. Klarinettist an. Ausgleich zum Musizieren bot ihm in jungen Jahren der Motorsport, wobei er sich gar beim Klausen und Seebodenalp-Rennen für Motorräder hervortat. Seine musikalische Karriere beendete er 1955, um sich fortan bis zu seinem siebzigsten Altersjahr ganz dem Beruf eines selbständigen Garagisten und Autohändlers in Ibach zuzuwenden.

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