Ueli Alder-Solenthaler

Weitere Namen

Bürgerlicher Name: Ulrich Alder Spitzname: Giigeli-Ueli

Daten

*09.03.1922 Urnäsch AR, +24.7.2014

Beruf

Landwirt

Instrumente

Geige Kontrabass

Orte

Urnäsch, Appenzell Ausserrhoden, Schweiz

Biografie

Ueli Alder galt seit langem als der Urbegriff des Appenzeller Geigers, der nicht zuletzt durch seine seltsame, senkrechte Haltung des Instrumentes auffiel. Mit neun Jahren lehrte ihn sein Grossvater, Johannes Alder, Mitgründer der Urnäscher Streichmusik, die Anfänge des Violinspiels und die ersten Tanzweisen. Bald einmal auf sich allein angewiesen, bildete er sich nach Gehör und durch Selbststudium der Notenschrift fort, indem er das ehemalige Quintett Appenzell der Gebrüder Moser zu seinem Leitbild erhob. Obwohl sein Vater gleichen Namens bloss in seiner Freizeit die Schwegelpfeife blies, vermochte ihm dieser dennoch manche musikalische Wendung aus dem Spielgut der Gründergeneration der «Aldere» weiterzugeben. Die ersten kleineren Anlässe wickelte er zwischen seinem sechzehnten und neunzehnten Lebensjahr ab, wobei er von seiner Tante Josefine am Klavier unterstützt wurde. 1941 nahm ihn der Herisauer Hackbrett- und Handorgelspieler Hans Frischknecht, geboren 1911, der dann um 1950 nach Amerika auswanderte und dort 1974 starb, in sein Quartett «d’Appezeller» auf, zu dem auch der Handorgelspieler Walter Grob gehörte. Nach Auflösung dieser Kapelle kam er 1946 zum Ländlertrio Urnäsch, wo er bis 1948 wiederum Geige spielte und dabei von Ueli Martinelli, Handorgel, und Emil Rusch, Kontrabass, begleitet wurde. Die musikalische Reife erlangte er schliesslich von 1948 bis 1959 als Mitglied der Streichmusik «Edelweiss», Trogen, in die er auf Veranlassung des Leiters und Hackbrettspielers Hans Rechsteiner aufgenommen worden war. Hier brachten ihm die spielerischen Fähigkeiten seines Vorgesetzten und jene des Geigers Emil Walser reichen Gewinn. Wenngleich er obendrein seit 1945 ab und zu bei der zweiten Generation der «Aldere» mitgewirkt hatte, fand er dort erst 1959 seinen festen Platz, den er seitdem als 1. Geiger einnahm. Zum Ausgangspunkt des Wirkens in seiner Stammkapelle wurde ein Konzert in London im Oktober 1959. Später häuften sich die Auslandsverpflichtungen, und der Primgeiger Ueli Alder, unterstützt durch Arthur, Erwin und Hansueli Alder sowie Emil Zimmermann, fand selbst in Japan und in den USA, die er beide mehrmals bereiste, ferner in Brasilien, Israel und weitherum in Europa begeisterte Zuhörer. Unter den rund 50 Eigenkompositionen und Bearbeitungen hat die «Berewegge-Polka» am meisten Anklang gefunden. Verbreitung seiner Musik bewirkten namentlich über 30 Radio und Fernsehauftritte sowie mehr als 20 Langspielplatten. Verheiratet mit Elise Soltenthaler - von seinen acht Kindern widmen sich alle vier männlichen Nachkommen der Musik, in die er sie frühzeitig eingeführt hat. Die wohl grösste Ehre erwiesen wurde ihm und seiner Formation mit dem Konzert für Appenzeller Streichmusik und Streichorchester vom Dezember 1984 in Urnäsch unter Mitwirkung des Zürcher Kammerorchesters, Leitung Edmond de Stoutz («100 Jahre Streichmusik Alder»). Ueli Alder lebte in Urnäsch, wo er im «Strüssler» zusammen mit seinen beiden Söhnen Hansueli und Walter ein grösseres Anwesen bewirtschaftete.

Objekte