Christian Hartmann

Daten

*10.8.1914 Davos GR, +7.5.1959 Grafenort OW

Instrumente

Akkordeon

Biografie

Der am Auffahrtstag 1959 im Alter von fünfundvierzig Jahren tödlich verunglückte Kaufmann, Akkordeonist und Komponist kam als Sohn eines Postangestellten und Handharmonikaspielers in Davos zur Welt, wo er aufwuchs und zur Schule ging. Sein Vater lehrte ihn das Handorgelspielen. Einem Welschlandaufenthalt in Bex und dem dortigen Besuch einer Handelsschule schloss sich eine berufliche Weiterbildung und Tätigkeit in Davos an, wobei Hartmann nacheinander in einem Reisebüro, einer Speditionsfirma und einem Bankhaus arbeitete. Sein Interesse galt aber in zunehmendem Mass der Musik. Er wechselte von der diatonischen zur chromatischen Handharmonika und formierte eine eigene Tanzkapelle mit Namen «Parsenn», die erstmals 1933 und darauf erneut, diesmal in Mailand, für Schallplattenaufnahmen verpflichtet wurde. Dann entschloss er sich zur Aufgabe seines Berufs, wurde Musiklehrer und eröffnete in Davos eine Handharmonikaschule. Nach zwei Jahren gründete er ein Berufsorchester, gastierte mit ihm in vielen Schweizer Städten, arbeitete jedoch ständig an seiner künstlerischen Fortbildung, indem er bei sachkundigen Musikern Unterricht nahm. Dabei wurde er auch zum Komponieren angespornt, worin er sich als sehr geschickt erwies, wenngleich seine rund 100, bei Wild und Feldmann erschienenen, vielfach schwierigen Tänze - ausser «Bündner Meiteli» - kaum überdauert haben. 1939 fasste er den Plan, das berufliche Musizieren aufzugeben, um sich vollends der Handharmonikaschule zu widmen. Da erhielt er bei Ausbruch des Zweiten Wehkrieges das Aufgebot zum Aktivdienst. Die meiste Zeit bis Kriegsende als Soldat einer Grenzschutz-Einheit auf seinem Posten, veranlasste ihn deren Kommandant zur Bildung eines Bataillonspiels, dessen Klänge alsbald die Truppe erfreuten. 1946 wurde Hartmann in Zürich sesshaft, wo er als brillanter Begleitakkordeonist in der Kapelle Jost Ribary auffiel und hauptberuflich im Musikverlag Walter Wild angestellt war. 1951 gründete er neuerdings eine Kapelle, bespielte mit ihr eine Menge Schallplatten und schuf in den folgenden Jahren den Grossteil seiner Kompositionen. 1956 veränderte er sich nochmals beruflich und trat in das Geschäft von A.Squindo, Hohner-Harmonikas en gros, ein. Als Akkordeonist jetzt auf der Höhe seines Könnens, ereilte ihn der Tod.

Objekte