Johann Fuchs
Weitere Namen
Spitzname: Fuchse-HännelDaten
*26.5.1866 Einsiedeln SZ, +4.3.1929 Einsiedeln SZInstrumente
Geige TrompeteBiografie
Violinspieler und Trompeter, genoss früh Geigenunterricht und war bereits im Alter von neun Jahren Mitglied der Kapelle Fuchs, genannt «Hudelimusig», in der sein Vater Konrad, Trompete, sein Grossvater Hannesseb, Bassgeige, und Martin Inderbitzin, Klarinette, mitwirkten. Man sagt, der hierzulande für die Ländlermusik in abschätzigem Sinne verwendete Dialektausdruck «Hudigäggeler» sei auf den Ruf von Fuchs' Mutter «Chum Hudeli» zurückzuführen, mit dem sie jeweils ihre gackernden Hühner anlockte. Sein Studium am Konservatorium Zürich brach Fuchs nach einem halben Jahr aus Abneigung gegen die musiktheoretischen Fächer ohne elterliche Einwilligung kurzerhand ab und kehrte zurück in die Innerschweiz, wo ihn sein Vater aufgriff und nach Einsiedeln heimholte. Hier entwickelte er bald beachtliche Fähigkeiten sowohl im Notenschreiben als auch im Umgang mit verschiedenen Instrumenten, wie Trompete, Klarinette, Klavier, Kontrabass und natürlich Geige. Er übernahm schliesslich von seinem Vater in der dritten Generation die «Hudelimusig». Mit dieser als einer der führenden Tanzkapellen trat er jahrzehntelang vor allem in Einsiedeln, in der March und im Zürichbiet in kleinen Bierlokalen ebenso wie in grossen Sälen auf. Überall rühmte man ihm, dem Geiger, Trompeter und Klarinettisten, seine virtuose und dennoch lüpfige Spielweise nach. Die lockende Spielart erreichte er durch das Ausschmücken der alten Tanzweisen mit allerlei Zierfiguren, wie Triller, «Schleifer» usw. Dadurch hatte er wesentlichen Anteil an der Erneuerung der Innerschweizer Volkstanzmusik. Er war indessen nicht allein ein hervorragender und weit und breit geschätzter Musikant, sondern gleichermassen ein bemerkenswerter Komponist vieler melodiöser, unverkennbarer, teils konzertant gefärbter Tanzstücke. Davon zeugt etwa die Sammlung «20 urchige Schwyzertänze von Johann Fuchs», im Druck erschienen Mitte der zwanziger Jahre im Verlag Meinrad Ochsner und neu aufgelegt 1979 von Martin Beeler in Einsiedeln. Es zählen dazu die bestbekannten, erst in neuerer Zeit mit Namen anstelle von Nummern versehenen Stücke «Gygeli-Polka», «s'Babeli», «s'Kupferschmids Anneli» und «Fuchs-Walzer». Als vielseitiger Instrumentalist konnte Fuchs sein Talent wohl kaum völlig in der Tanzmusik ausleben. Daraus dürfte sich seine Zugehörigkeit als Trompeter während 32 Jahren zur Musikgesellschaft «Concordia» Einsiedeln herleiten, deren Vizepräsident er überdies von 1901 bis 1920 war, desgleichen seine Mitwirkung im Orchesterverein Einsiedeln. Im Militär leistete er ausserdem Dienst als Artillerietrompeter; so konnte er sich auch da dem Spiel auf seinem Lieblingsinstrument widmen. Da er allein mit Musizieren nicht im ausreichenden Mass sein Auskommen für sich und seine kinderreiche Familie fand, betätigte er sich zusätzlich als Kutscher, Kleinbauer, Klavierstimmer und Musiklehrer.Objekte