Dominik Märchy

Weitere Namen

Variante: Dominik Märchi

Daten

*09.03.1901 Schwyz, +23.10.1961 Baar ZG

Instrumente

Klarinette Saxofon Trompete

Biografie

Klarinettist und Saxophonist, war der Sohn eines Handorgel- und Klavierspielers, von Beruf Wirt und Coiffeur. Der anfänglich in Schwyz aufgewachsene Märchy machte seine musikalischen Gehversuche während der ersten Schulklasse auf dem Klavier des elterlichen Gastbetriebes. Er besuchte das Kollegium in Schwyz und erhielt dort u. a. Violinunterricht, worin er sich durch Eifer und Fleiss auszeichnete. Etwas später liessen sich seine Eltern auf dem Gasthof «Rütli» in Arth nieder, wo der Vater abermals seinem Nebenberuf eines selbständigen Coiffeurs nachging. Als guter Schwimmer und Taucher barg der junge Märchy eines Tages eine Trompete aus dem nahegelegenen Zugersee. Er liess sie instandsetzen und übte sich nun im Trompetenspiel. So erlangte er schon früh eine beachtliche Geschicklichkeit im Umgang mit drei verschiedenen Instrumenten, was durch das Zusammenspiel mit seinem Vater massgeblich gefördert wurde. Bald nahm er mit Kasimir Geisser, im benachbarten Goldau wohnhaft, Verbindung auf und schloss sich ihm als Spielpartner an. Unter dessen Einfluss begann er sich der Klarinette zuzuwenden, die für ihn rasch richtungweisend wurde. Anschliessend an die Schulzeit arbeitete er in der Metallwarenfabrik Zug, musizierte daneben oft gemeinsam mit seinem Vater am Klavier und dem Handorgelspieler Adolf Schwerzmann, tat sich besonders im Verein mit dem Akkordeonisten Roman Stadelmann hervor und absolvierte die Rekrutenschule als Militärtrompeter. Im Jahr 1922 trat er Stocker Sepps Ländlerkapelle bei und konzertierte mit ihr zusammen viele Jahre hindurch jeden Freitag, Samstag und Sonntag im «Türken» und in der «Gans» im Zürcher Niederdorf sowie bei Radio Zürich, dessen Studio sich dazumal noch im Stadthaus befand (!). Der Innerschweiz blieb er indessen gleichwohl verbunden, musizierte er ferner doch 20 Jahre lang bei mancherlei Anlässen im Hotel «Rössli», Zug, und oft auch im Gasthaus «Storchen», Schwyz. Nach seiner Heirat im Jahr 1929 wurde er in Zürich ansässig, wo er hauptberuflich in, einer Zimmereigenossenschaft Arbeit fand. Dann wechselte er ins Wirtefach und übernahm 1934 das Restaurant «Jägerburg», das seinetwegen ein Treffpunkt der Ländlerfreunde wurde. Die Klarinettisten Heiri Schär und Xaver Meier sowie Hermann Schmid, Klavier und Handorgel, waren hier regelmässig seine Spielpartner. Bei Kriegsbeginn 1939 erhielt er das Aufgebot zum Aktivdienst als Militärtrompeter. Zwei Jahre später bezog er das Restaurant «Central» in Zürich 4, wo er ein Jahrzehnt hindurch weihe. Kaum fünfzigjährig, zeigten sich bei ihm die Symptome einer gefährlichen Krankheit, die nach einer zehnjährigen Leidenszeit seinem Leben ein Ende setzte. Märchy hat sich insbesondere über hervorragende Fähigkeiten als Klarinettist und Saxophonist ausgewiesen und prägte als solcher die «goldene Ära» der Ländlermusik von 1925 bis 1940. Mit seinem kompositorischen Schaffen, das an die 100 Tänze umfasst, ist er dagegen quantitativ und qualitativ deutlich hinter seinen Zeitgenossen Kasi Geisser und Heiri Meier zurückgeblieben.

Objekte