Johann Anton "rot Bohli" Moser-Mittelholzer

Weitere Namen

Bürgerlicher Name: Johann Anton Moser Übername: rot Moser Übername: rot Bohli Variante: Quintett Moser Variante: Moser-Musik

Daten

*18.04.1853 Schlatt bei Appenzell AI, +13.10.1921 Appenzell AI

Beruf

Lebensmittelhändler Gastwirt Restaurant Engel Nebenbei Musiklehrer am Kollegium in Appenzell (1908-1921)

Instrumente

Kontrabass Hackbrett Cello Geige null

Orte

Schlatt, Schweiz Appenzell, Appenzell Innerrhoden, Schweiz

Biografie

Violinspieler, genannt de "rot Bohli". Johann Anton Moser nahm Unterricht bei einem Violinisten in St. Gallen, wobei er den Hin- und Rückweg zu Fuss zurückzulegen hatte. Aufgewachsen in Schlatt, liess er sich hinterher in Appenzell nieder, wo er sein Auskommen anfänglich als Lebensmittelhändler und hernach als Wirt auf dem Restaurant «Engel» fand. Schon früh wies er sich sowohl als Tanzgeiger und Kirchenmusiker als auch als Komponist einfallsreicher, schwungvoller, oft gar kühn anmutender Tänze, darunter solche in Moll-Tonarten, über ein beachtliches Können aus. Vermutet wird, dass er bereits 1878 im Streichquartett Tanzmusik darbot. 1892 gründete er als 1. Geiger zusammen mit seinem Bruder am Cello, Ignaz Dörig, Viola (später Jakob Neff, Geige), Josef Peterer, Hackbrett, und August Inauen (1846-1914), Bassgeige, das Streichquintett Appenzell (auch Streichquintett Moser, Appenzell). Diese Formation löste die bis dahin gebräuchliche, hauptsächlich von Ignaz Dörig um 1875 gepflegte Spielweise in der Quartettbesetzung (2 Geigen, Hackbrett, Streichbass, ohne Cello) ab, begründete so den bis heute gültigen «Original,Streichmusik» Klang und leitete damit die bis 1914 dauernde Blütezeit der Appenzellermusik ein. Damals mit Abstand der grösste und massgebendste aller Appenzeller Musiker Innerrhodens. An äusseren Erfolgen Mosers sind die Auftritte an der Landesausstellung in Genf 1896 und in der Tonhalle Zürich 1898 hervorzuheben. Obmann aller innerrhodischen Tanzmusikanten. Mitglied des Kirchenorchesters, Dirigent der Harmoniemusik Appenzell, Musiklehrer am Kollegium in Appenzell. Ratsherr A. Moser erteilte ab 1909 Violinunterricht bis 1921. 1910/11 auch Unterricht für Harmoniemusik. Vorzüglicher Komponist. Erhielt Geigenunterricht bei Ignaz Dörig. Gem. Zitat in Margaret Engeler "Beziehungsfeld..." 1984 sollen die Moser Zigeuner gewesen sein. Dass diese Vermutung mit Sicherheit falsch ist, belegt der Stammbaum der Moser-Dynastie: Das Geschlecht der Moser ist bereits im Waffenrodel von 1400 aufgeführt. Überdies hat der Genealoge Albert Grubenmann die Vorfahrern der zuvor genannten Moser-Musiker (Josef und Anton) bis ins Jahr 1767 zurückverfolgt: Bereits ihre Urgrosseltern weisen Innerrhoder Wurzeln auf. Bruder von Josef (Anton) Moser (1852-1915), genannt «de schwarz Moser» oder «schwarz Bohli», Cellist. Der Vater Josef Anton Moser (1822-1902), zuweilen Lehrer in Schlatt, war ein bekannter Tanzgeiger.

Objekte