Sepp Stocker

Weitere Namen

Bürgerlicher Name: Joseph Stocker

Daten

*07.02.1898 Wollerau SZ, +25.11.1949 Schlieren ZH

Beruf

Schriftsetzer, Klarinettist

Instrumente

Klarinette

Biografie

Im Alter von einst vierzehn Jahren nahm ihn sein volksmusikbegeisterter Klassenlehrer öfters zum gemeinsamen öffentlichen Musizieren mit. Anschliessend an seine Buchdruckerlehre in Richterswil zog er auf die „Walz“, arbeitete im Kanton Zürich sowie im ehem aligen Berner Jura und liess sich 1920 in Genf nieder, wo er als Schriftsetzer eine Anstellung fand und einer Blaskapelle beitrat. Zu dieser Zeit hatte er bereits mancherorts im Duo unter dem wenig zutreffenden, dafür um so wirks ameren Namen „Unterwaldner Bauernkapelle“ aufgespielt, den er später durch die Bezeichnung „Stocker Sepps 1. Unterwaldner Bauernkapelle“ aufwertete. Dabei hatte der geographische Begriff mit Stockers Herkunft nichts gemein, sondern sollte bloss seine Vorliebe für die Nidwaldner Trachtenbluse ausdrücken, die geradezu zum Erkennungszeichen für ihn und seine Formation wurde. 1921 liess er sich in Zürich nieder, wo er zuerst beim „Tages-Anzeiger“ und danach in der Buchdruckerei Jean Frey angestellt war. Rasch stieg er zur ersten Garde der volkstümlichen Kapellen auf, indem er in der Auslese erstklassiger Musiker viel Geschick bewies und zudem ein für die Ländlermusik überaus günstiges Klima im Zürich der zwanziger Jahre vorfand. Die Lokale im sogenannten Niederdorf, wo er zusammen mit rund 15 der damals besten Volksmusikanten abwechslungsweise während 15 Jahren Erfolge feierte – die „Wellenburg“, der „Türken“, die „Gans“ -, erlangten durch ihn nachgerade Berühmtheit. Stockers Wirkungskreis war indessen neben seinem Hauptberuf des Schriftsetzers bedeutend weiter gezogen. Auswärtskonzerte mit drei bis acht Mann, darunter mehrere einwöchige Auftritte in Paris, Schallplattenaufnahmen aller Marken im Inland, in London und Paris, Aufbau und Leitung seiner Musikagentur, schliesslich die Redaktion und Herausgabe der „Schweizer Musiker- und Artisten-Revue“ (später „Schweizer Musiker-Revue) vom 15. Juli 1925 an zeugen von seinem Arbeitswillen, seinem Ideenreichtum und Organisationstalent. Den höchsten Grad seiner Popularität erreichte er 1939 an der Schweizerischen Landesausstellung in Zürich. Zur eigenen musikalischen Mitwirkung hinzu hatte er den Auftrag erhalten, alle dort zum Einsatz gelangenden Volksmusikformationen zu verpflichten und zu platzieren, wofür ihm die Direktion zum Schluss eine Dankesurkunde für seine vorzügliche Leistung überreichen liess. Auch musikschaffend und verlegerisch war Stocker tätig, obwohl er selbst wenig komponiert hat und die meisten populären Tänze, die unter seinem Namen kursieren, heute Heiri Meier zugeschrieben werden. 1936 war Stocker zusammen mit seiner couragierten Frau Rosa von Zürich nach Schlieren umgezogen. Hier in seinem Chalet „Blumenau“ zog er sich 1949 bei einem Sturz von der Treppe so schwere Verletzungen zu, dass er daran nach fünf Tagen, erst neunundfünfzigjährig, starb.

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