Walter Balmer sen.

Daten

*15.6.1921 Wilderswil BE, +4.3.1983 Wilderswil BE

Instrumente

Akkordeon

Biografie

Er trägt den wohl traditionsreichsten Musikantennamen der Schweiz, sollen sich doch erwiesenermassen bis zurück ins Jahr 1584 zwölf Generationen seines Geschlechts ununterbrochen als Spielleute betätigt haben. Durch die Teilnahme am geschichtlich bedeutsamen 1. Alphirtenfest von 1805 in Unspunnen erwähnenswert ist der 1789 geborene Johann Balmer I., auf den die Bezeichnung «Hausi-Musik» zurückgeht. Walter Balmers direkter Vorfahr Johann Balmer IV. (1885-1965), der als Klarinettist an der Seite seiner Brüder unter dem Namen «Housi-Musig» aufspielte, hatte von seinem gleichnamigen, 1861 geborenen Vater einige hundert Tänze übernommen, denen er viele eigene Melodien hinzufügte. Von ihm lernte Walter Balmer als Zehnjähriger das Musizieren aus dem Stegreif. Das für seine künftige verlegerische Tätigkeit notwendige Notenlesen und –schreiben brachte er sich später durch Selbstunterricht bei. Angeborenes Talent und väterliche Unterstützung ermöglichten bereits dem Fünftklässler die Bildung einer Schülerkapelle, aus der nach Schulende 1937 die Kapelle «Balmerbuebe» entstand, die bis zum Heimgang ihres Gründers 1983, somit über 45 Jahre lang, fortdauerte. Sie wurde geprägt durch Walter Balmer, Handorgel, dessen Bruder Hans Balmer, Klarinette, Otto Bessire, 2. Handorgel, Robert Vögeli, Bassgeige, sowie ab 1939 durch des Leiters Gattin Irmgard am Klavier. Die Formation machte sich vor allem durch ihre Direktsendung bei Radio Bern einen Namen, wo man ihr indessen erst anfangs der sechziger Jahre erlaubte, mit Klavier aufzutreten, nachdem dasselbe bis dahin als unpassend gegolten hatte. Aber auch die Vielzahl ihrer Schallplatten, schätzungsweise 80 Stück, aufgenommen seit 1950, trug viel zu ihrer Beliebtheit bei. Weiter verschaffte sie sich Gehör durch die volkstümlichen Konzerte im Kursaal Interlaken im Verlauf von 35 Jahren. Zu ihren bewährten Kräften zählte sie zeitweilig auch Adolf Balmer, den Dritten im Bunde der Brüder Balmer, den Schwiegersohn Ernst Steiner und ferner u.a. Christian Boss und Lorenz Giovanelli. Frühzeitig erkannte Walter Balmer die Nützlichkeit eines eigenen Notenverlages, worin die Mehrzahl seiner 250 Kompositionen erschien und dem er sich allmählich neben dem Musizieren hauptberuflich widmete. Konzertreisen führten ihn nach Italien, Deutschland, Frankreich und England. Das musikalische Erbe hat unterdessen sein gleichnamiger, in der Innerschweiz ansässiger Sohn angetreten.

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