Ernst Bänziger

Daten
*19.04.1940 Herisau AR, +20.06.2021Beruf
Stationsvorsteher Treuhänder MusikantInstrumente
CelloOrte
Herisau, Appenzell Ausserrhoden, SchweizBiografie
Im Elternhaus in Herisau fand er duurch seinen gleichnamigen Vater, einen Werkmeister, früh Zugang zur Musik. Dieser spielte Handorgel, erteilte auf ihr auch Unterricht und half in einer Tanzkapelle modernen Zuschnitts mit. Ernst Bänziger der Jüngere erhielt seine musikalische Grundausbildung in der Volksschule und gründete mit sechzehn Jahren im Verein mit Jugendlichen ein Jodelquartett. 1957 stellte er nach Anleitung von Albert Bühler in Herisau selber ein Hackbrett her und legte unter dem Eindruck seiner späteren Lehrmeister, der Alder, Emil Walser, Hans Rechsteiner und Robert Frischknecht ("Giigeli-Frischnkecht", *1888) das Fundament zur Streichmusik Bänziger. Unterstützt wurde er dabei von Walter Bianchi, Hackbrett, und Walter Näf, Geige. Nach dem Besuch der Verkehrsschule in St. Gallen von 1956 bis 1958 und seiner Tätigkeit als SBB-Stationsbeamter von 1958 bis 1961erhielt er 1962 die Stelle eines Sekretärs auf dem Kreiskommando Herisau. Unterdessen war ihm durch den Beitritt von Ruedi Fässler, Bass, und Hermann Gähler, Geige, beide aus Rehetobel, die Bildung eines Quintetts gelungen. Zu diesem stiessen die späteren Magistraten Christian Merz (1961) und Rainer Aegerter (1962), welche die 1. und 2. Geige übernahmen. 1963 begab sich die Formation als Folkloregruppe nach Texas USA an eine "Swiss Fortnight". Einschneidende personelle Wechsel, zurückzuführen auf die Mittelschulausbildung mehrerer Mitglieder, brachte das Jahr 1964. Es traten neu hinzu die Brüder Jakob Düsel (*1942), 1. Geige, Bergbauer aus Urnäsch, und Albert Düsel (*1941), Hackbrett, Lastwagenfahrer in Herisau, sowie Emil Fürstenauer, Bassgeige. Sie prägten fortan zusammen mit Bänziger und Merz diese Streichmusik. Abermals eine Neuformierung bildete die von 1969 bis 1979 währende Gemeinschaft "Bänziger-Hornsepp" (Bezeichnung von 1976 bis 1979) zwischen Bänziger, den Brüdern Düsel und den Innerhodern Josef Dobler senior (*1925), Geige, und Josef Dobler junior, Bass, beide aus Weissbad, kurz "Hornsepp" genannt. Allein, Unterschiede in der Innerrhodischen Denkart führten letztlich zur Trennung dieser beliebten Kapelle, die u.a. beim 22. Menuhin-Festival in Gstaad-Saanen 1978 konzertierte. Seitdem sammeln sich um Bänziger, den heutigen Treuhänder in Herisau, die Ausserrhoder Brüder Düsel, Jakob ALder und Köbi Schiess, Bassgeige. Ferner führte er seit 1984 ein zweites Quintett, die "Junge Streichmusik Bänziger", das sich aus Jugendlichen, darunter seinen Söhnen, zusammensetzt. Konzertreisen brachten ihn 1976 ein zweiters Mal in die USA, 1977 nach Brasilien, 1980 nach Südkorea und 1983 in den nahen Osten. Das etwa je zur Hälfte von Jakob Alder und den Brüdern Düsel eingebrachte, von diesen Komponisten stammende Spielgut wurde seit 1963 auf sieben Langspielplatten aufgenommen. Neben der Musikausübung, bei der sich Bänziger streng an die Normen der unverfälschten Volksmusik hält, befasst er sich auch mit deren Erforschung und Dokumentation.Objekte