Heidi Bruggmann

Daten
*23.07.1936 St. Gallen, +01.07.2017 Benglen, ZHBeruf
Musikerin KomponistinInstrumente
Akkordeon KlavierOrte
Benglen, Zürich, SchweizBiografie
Akkordeonistin/Pianistin. Die im Kreis einer Musikerfamilie Aufgewachsene nahm vom fünften Lebensjahr an Klavierunterricht bei ihrem Vater Alfons Bruggmann (1903 bis 1951), Kapellmeister, Pianist und Musikalienhändler in St. Gallen. Mit acht Jahren fing sie an, chromatische Handorgel zu spielen, zuerst nach Noten in einer Musikschule, dann aus dem Stegreif unter Anleitung ihres Bruders Föns Bruggmann (1927 bis 1984), Akkordeonist. Erstmals als Neunjährige öffentlich aufgetreten, betätigte sie sich noch während ihrer Schulzeit 1949 in der «Familienkapelle Alfons Bruggmann», worin u.a. ihre Mutter das Schlagzeug bediente, musizierte 1950 bis 1953 unter «Geschwister Föns und Heidi Bruggmann» und 1954 bei den «Geschwistern Bruggmann». Als ihre Vorbilder erwiesen sich zusehends die Pianisten Hans Frey und Guido Minicus. Als sie 1955 ihren Wohnsitz nach Zürich verlegt hatte, nahm sie mit der eigenen, «Heidi Bruggmann» benannten Kapelle das berufsmässige Musizieren auf. Ihre Spielorte waren die Volksmusiklokale in Zürich, Luzern und anderen Städten der Deutschschweiz, dazu die Flumserberge während 17 Sommer- und Wintersaisons zu zweit mit dem Akkordeonisten Sepp Riederer. Neben ihren Geschwistern Föns, Sonja und Rolf stand sie mit etlichen herausragenden Spielern wie Hans Frey, Hans Dörig, Föns Lustenberger usw. musikalisch in Verbindung. Ihrer Gesundheit zuliebe stellte sie 1972 das berufliche Musizieren ein, um sich von 1973 bis 1980 im Duo für einzelne Auftritte mit dem Akkordeonisten Hanspeter Schmutz (*1951) zu vereinen. Eine wachsende Bedeutung erlangte seither ihr kompositorisches Schaffen, das 1947 seinen Anfang nahm und zuletzt rund 300 Stücke umfasste, worunter auch solche für Blasmusik. Neuland betrat sie mit ihrer 1983 komponierten und wiederholt in Kirchen aufgeführten ersten Ländlermesse «Pax montana» für Ländlerkapelle, Männerchor und Solostimme. Die ab 1981 im zürcherischen Benglen lebende Stegreifmusikerin hat sich auch mit zahlreichen Schallplatten sowie durch Radio- und Fernsehsendungen einen Namen gemacht. Hervorzuheben ist dabei die Aufnahme von 1976 zweier vom Zirkusleben inspirierter Eigenkompositionen, vierhändig am Klavier gespielt mit ihrer Förderin alt Nationalrätin Helen Meyer, unter Mitwirkung des Orchesters Circus Knie. 1988 wurde ihr Schaffen mit dem Goldenen Violinschlüssel geehrt.Objekte