Otto Heinz Brunner

Weitere Namen

Pseudonym: O. Heinz

Daten

*19.2.1914 Chur GR, +

Instrumente

Klarinette

Biografie

Er wuchs als Sohn eines Kantonsschullehrers in Chur auf, erhielt seinen ersten Klavierunterricht bei einer Privatlehrerin und erlernte alsdann, unter Anleitung eines Laienmusikers, das Klarinettenspiel. Seinem Vorbild Luzi Brüesch nacheifernd, gründete er im Herbst 1934 während seines Medizinstudiums in der Bundesstadt die «Studenten-Ländlerkapelle Bern», die er bis im Sommer 1939 leitete. Häufige Konzerte, die das Radio Studio Bern in diesem Zeitraum ausstrahlte, wo Brunner zugleich als Ländlermusikexperte wirkte, sowie Schallplatten mit dieser Formation zielten darauf ab, der ursprünglichen, frei von fremdartigen Elementen ausgerichteten Volkstanzmusik in weiten Kreisen Geltung zu verschaffen und zu Ansehen zu verhelfen. Dabei kam jahrelang das Klavier statt einer zweiten Klarinettenstimme zum Einsatz, was eigentlich nicht zum Bündner Stil passte. Wiederholt übte Brunner scharf Kritik am Gebrauch des Saxophons in der Ländlermusik (Schweizer Radio Illustrierte Nr. 29, 20.7.1935). Aus seiner Feder stammen auch zahlreiche Zeitungsartikel über Ländlermusik, so ein Nachruf auf Kasi Geisser, erschienen 1943 in der NZZ, desgleichen Lebensbilder der Wegbereiter Waser, Brüesch, Kollegger, Metzger und Majoleth, veröffentlicht in verschiedenen Jahrgängen des «Bündner Jahrbuches» und im Büchlein "Mit Klarinette Schwyzerörgeli und Geige". Er komponierte ferner etwa 20 nicht verlegte Tänze, unter denen der Marsch «Muttner-Bergsunntig» hervortritt, beteiligte sich 1938 zusammen mit Emil Wydler, Klarinette, Josias Jenny, Schwyzerörgeli, und Ernst Kunz, Bassgeige, am ersten Schweizerischen Ländlerkapellen-Wettspiel in der damaligen «Stadthalle» in Zürich und konzertierte am englischen Radiosender BBC, in Paris und in Schottland. Nach seiner Heirat trat er lange Zeit nicht mehr öffentlich auf. 1968 und 1969 wurde er vom Schwyzerörgeler und Komponisten Jürg Kuhn aus Bern zu Radio- und Schallplatten-Aufnahmen mit der "Ländlerkaplle Wättertanne, Bern“ beigezogen. Später half er noch einmal einer Studioformation alte Bündnertänze aufnehmen. Brunner lebte nach seinem Umzug von Bühler (AR), 1967, in St. Gallen, wo er als Spezialarzt für Beinleiden praktizierte. Quellen: Roth 1987: Lexikon der Schweizer Volksmusikanten E-Mail-Verkehr mit Christoph Kuhn, Thun vom 13. Februar 2018

Objekte