Jakob Farner

Daten

*5.3.1918 Zürich, +28.7.1995 Zürich

Instrumente

Trompete

Biografie

Der als Sohn eines Briefträgers in Zürich-Altstetten aufgewachsene gelernte Möbelschreiner, spätere Möbelverkäufer und Wirt, genoss eine breitgefächerte Musikausbildung. Als Mitglied der Knabenmusik der Musikgesellschaft Zürich Altstetten erhielt er mit dreizehn Jahren Unterricht in Trompete. Sein Lehrer war Jean Oloor, Ehrendirigent dieses Korps. Zwei Jahre später zählte er bereits zur Stammformation, in der er neben seinem Vater, der Tenorhorn blies, das erste Flügelhorn spielte und der er bis 1941 angehörte. Bemüht um eine umfassende Schulung, besuchte er von 1939 bis 1942 das Konservatorium in Zürich, wo ihn Jos6 Berr in die Harmonie- und Kompositionslehre einführte. Er widmete sich zu dieser Zeit auch der Ländlermusik als Trompeter und Klavierbegleiter der Kapelle «Echo vom Uetliberg», in die sich ausser ihm von 1936 bis 1946 Xaver Trottmann, Klarinette/ Saxophon, Wilhelm Lipp, Akkordeon, und Richard Alscher, Kontrabass, teilten. Auf diesem Gebiet hatte er schon zuvor von 1934 bis 1936 als Olied der Formation «Echo vom Sunneberg» Erfahrung gesammelt. Um 1946 schloss er sich als Trompeter dem Orchesterverein Altstetten an. 1949 wurde er Vizedirigent und 1952 Direktor dieses Liebhaberorchesters, dem er anschliessend bis zu seinem Austritt 1956 vorstand. Bedeutung für die Volksmusik erlangte er durch die «Seldwyler Dorfmusik», die er 1952 ins Leben rief. Diese in der Mehrzahl aus Mitgliedern der «Harmonie Altstetten» gebildete «Bauernmusik» von neun bis fünfzehn Spielern hatte ihren direkten Vorläufer in der «Freudenberger Dorfmusik» von Otto Würsch, der nun Jakob Farners Vorbild wurde. Damit war er zu jenem Klangkörper gelangt, der ihm für die Verwirklichung seiner musikalischen Ideen als Komponist und Arrangeur vorgeschwebt hatte. Bis zur Auflösung seiner Dorfmusik 1982 schrieb er für sie, wie für die Blaskapelle «Dorfspatze Oberägeri», die er seit ungefähr 1970 dirigiert, rund 80 arteigene Melodien, nebst einem halben Hundert Bearbeitungen bestehender Ländlerweisen. Die Verlage Roschi, Elwe und Emil Ruh nahmen sich der Verbreitung seiner Kompositionen an. Viel Beachtung fand er mit seinen Darbietungen auch bei den Massenmedien, brachte er es doch neben ungezählten Radio- und Fernsehsendungen auf nicht weniger als ein Dutzend Langspielplatten. Eine Ausweitung seiner Dirigententätigkeit bedeutete 1978 die Übernahme der Metallharmonie Zürich-Wiedikon anstelle des bisherigen Leiters Fridolin Bünter. 1983 trat er von diesem Posten zurück. Mit 30 Mitwirkenden einen vielversprechenden Anfang nahm auch die Damenkapelle «Züri-Meitli», die er ausgangs 1982 gründete. Wegen ungenügender Beteiligung endete indessen dieses Unternehmen 1984 frühzeitig. So bewegt wie seine Musikerlaufbahn war auch sein beruflicher Weg. 1958 wechselte er vom Möbelvertreter, der in jungen Jahren als Schreiner u.a. in Lausanne gearbeitet hatte, ins Wirtefach. Nach einer zweijährigen Tätigkeit im Restaurant «Landhaus» am Türlersee übernahm er den «Frohsinn» in Embrach. Hier wirkte er bis 1981 zusammen mit der bekannten Jodlerin Berteli Studer, die er inzwischen geheiratet hatte. Er führte diesen Betrieb u.a. als beliebten Treffpunkt für Volksmusikfreunde. Seither lebt er wieder im Wohnviertel von Zürich, wo er aufgewachsen ist.

Objekte