Chaschbi Gander

Weitere Namen

Bürgerlicher Name: Kaspar Gander

Daten

*4.1.1928 Emmetten NW, +8.12.2024 Beckenried NW

Instrumente

Mundharmonika

Biografie

Mundharmonikaspieler und Jodler, der insbesondere als Ansager bei Anlässen mit volkstümlicher Musik bekannt geworden ist. Als ältestes Kind eines Waisenvaters, der für die Landwirtschaft des Bürgerheims verantwortlich war, wuchs er zusammen mit seinen fünf Geschwistern in Beckenried auf, wo er die Schule besuchte und heute noch lebt. Die Freude an der einheimischen Folklore wurde in ihm geweckt durch seine Freizeittätigkeit als Schafhirt und Hüterbub im urnerischen Isenthal, dem Geburts- und Heimatort seiner Mutter. Sowohl das Jodeln als auch das Mundharmonikaspielen, dem er sich als Fünftklässler zuwandte und womit er eine Sonderstellung unter den Volksmusikanten einnehmen sollte, lernte er von sich aus nach Gehör. Eine musikalische Schulung hat er nie genossen. Ebenso fehlte im Elternhaus die materielle Grundlage, um ihm eine Berufslehre zu ermöglichen. Eine solche hätte er noch so gern als Landwirt angetreten. Statt dessen diente er nach Schulabgang als Bauernknecht in Weggis, was seiner Vorliebe für die Landarbeit und den Umgang mit Tieren entgegenkam. Zwei Jahre darauf kehrte er nach Beckenried zurück, wo er in einer Lederwarenfabrik eine Anstellung fand und sich bald als Mundharmonikasolist und Solojodler hervortat. Ausgangs der vierziger Jahre durfte er sich schon zu den gefragten Mitwirkenden an Heimatabenden zählen. Bei solchen unterstützte ihn zuerst in Beckenried die Kapelle der Trachtengruppe mit Namen «Reytänä-Buebä». Im Februar 1949 wurde er bereits für eine Radiosendung mit dem Kabarettistenpaar Ruedi Walter und Margrit Rainer verpflichtet; seine Darbietungen begleitete das Basler Unterhaltungsorchester. Dann war er in Beckenried vorübergehend Mitglied der Trachtengruppe und des Turnerchörlis, wo er vorjodelte. Unter dem Namen «Nidwalder Huismusig» stand er 1959 erstmals im Aufnahmestudio, an seiner Seite der Akkordeonist Willi Barmettler und der Bassist Oswald Wyrsch, und spielte u.a. sein Erfolgsstück «Gluck-Gluck-Schottisch» auf Schallplatte ein. Nachdem er sich 1953 mit Berta Barmettler zum Jodelduo BarmettlerGander zusammengefunden hatte, sang er mit ihr 1960 Paul Webers «s'Guggerzytli» auf die schwarze Rille, eine Schallplatte, die 35 000mal verkauft wurde. Als «Muulörgeler», der über 100 Tänze, wovon zwei Dutzend eigene, auswendig spielt, trat er nun in den Luzemer Gaststätten «Reussbrücke» und «Reusssteg» zusammen mit seinem Schwager Adolf Rogenmoser, Handorgel, und Toni Birrer, Klavier, hervor, wozu nachher Alois Betschart stiess. 1963 stand er erstmals vor der Fernsehkamera. Eine fruchtbare, zehnjährige Zusammenarbeit ergab sich schliesslich mit dem Akkordeonisten Albert Lüönd, die während der siebziger Jahre u.a. zu regelmässigen Auftritten im Luzerner «Floragarten» führte und in einer Kalifornien-Konzertreise 1978 gipfelte. Kleingewachsen und von liebenswürdiger Wesensart, machte er sich sichtlich seinen Witz und seine unverfälschte Nidwaldner Mundart zunutze, um in den folgenden Jahren zu einem der beliebtesten volkstümlichen Präsentatoren, so u.a. bei Folklore-Kreuzfahrten, aufzusteigen. Seinen Haupterwerb fand er viele Jahre als Werkzeugschärfer in einer Fabrik für Kreuzsägen in Beckenried.

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