Josias Jenny

Daten

*29.04.1920 Arosa GR, +07.11.1989 Köniz BE

Instrumente

Schwyzerörgeli

Biografie

Der seit spätestens den fünfziger Jahren als herausragender Schwyzerörgelivirtuose anerkannte, an der Verbreitung des Bündnerstils massgeblich beteiligte Sohn des Bahnangestellten Valentin Jenny (1881-1952) wuchs in Arosa im Kreis einer musikalischen Familie heran. Zum häuslichen Musizieren fanden sich der Vater am Schwyzerörgeli, einstiger Weggefährte von Majoleth und Kollegger, der ältere Bruder Valentin mit der Geige und die Schwester als Zitherspielerin zusammen. Im Alter von sieben Jahren begann auch Josias mit der Musikausübung, dies nach Gehör und ohne fremde Hilfe oder Anleitung durch seinen Vater, der den Standpunkt vertrat, ein Schwyzerörgeler habe sich auf seinem Instrument allein zurechtzufinden. Dank seinem Eifer und Talent war er im Umgang mit dem 18bässigen Örgeli bald dermassen vertraut, dass er gar vom erstrangigen Churer Schwyzerörgeler Johann Wieland, den er ein, zwei Male besuchte, nichts hinzulernen konnte. Nebenher nahm er während zehn Jahren Violinunterricht, doch hat er sich als Geiger nicht sonderlich hervorgetan. Als er von 1936 bis 1939 in Chur die Kantonsschule besuchte, spielte er erstmals in einer Ländlerkapelle unter Leitung von Edi Capun, Arosa. Weiter gab er 1938 sein Debüt am Radio als Begleiter der Jodlerin Martheli Mumenthaler und zählte 1939 zu den Gründern des Berner Ländlerquartetts, nachmals .quintetts (Bergamin.Wydler.Jenny-Heusser-Holzer). Einen mehrjährigen Unterbruch seiner noch kurzen Laufbahn bewirkte der Krieg und die damit verbundene Aktivdienstzeit. Beruflich zuerst im grafischen Gewerbe, teils auch zeichnerisch und dann im kaufmännischen Fach tätig, lebte er ab 1944 bis 1959 in Bern, Zürich und Meilen. 1950 begab er sich mit dem «Berner Ländlerquartett» auf eine England-Tournee und nahm am Internationalen Volksmusikfest teil, wo er als Solist den 1. Preis erhielt. Neue Impulse empfing er durch die Kapelle «Zoge am Boge», die aus einem Trio-Auftritt von 1955 mit Marthaler und Holzer hervorging und die ihn abermals mit Wydler zusammenführte. Eine weitere Partnerschaft ging er 1959 mit dem allzufrüh verstorbenen Berufsmusiker und Länderklarinettisten Karli Oswald ein, unter dessen Namen («Ländlertrio Karli Oswald») er im gleichen Jahr während eines Monats in der New Yorker Radio City Music Hall konzertierte und dort ausserdem die Vorträge der virtuosen Jodlerin Therese Wirth-von Känel begleitete. Mit demselben Trio war er 1961 bei einer Silvester-Radiosendung in Paris zu Gast. Neue Verbindungen ergaben sich, als er 1960 nach Scheunenberg BE umzog und 1972 in Aarberg sesshaft wurde. Seine Erfahrung als einfühlsamer Jodelbegleiter kam ihm bei Plattenaufnahmen mit Vreni Kneubühl, Heidi und Ernst Sommer zugute. In Biel'tat er sich ferner mit Ernst Scheurer, Arthur Brügger, Robert Hänni u.a. zusammen. Dass die heute gängige Bündner Besetzung, als einer deren Väter er gelten kann, nicht sein einziges Wirkungsfeld blieb, belegen ebenfalls die Aufnahmen mit seinem Bruder Valentin und dessen Sohn Andreas unter dem Namen «Strychmusig Välti und Josi» aus dem Jahr 1964. Bei ungezählten Aufnahmen im Inund Ausland mit verschiedenen Formationen war er seit 1938 zugegen, worunter die Einspielungen seiner rund 130 Eigenkompositionen - an der Spitze «Piste frei» und «Dä gaht i d' Bei» - Vorrang haben. Ein Teil seiner Tänze ist in den Verlagen Niederdorfer und Wild im Druck erschienen. Gesundheitshalber musste er 1977 seine Laufbahn abbrechen, doch hat er mittlerweile gleichwohl bei vereinzelten öffentlichen Anlässen mitgewirkt. 1983 verlieh ihm die Erziehungsdirektion des Kantons Bern durch deren kantonale Musikkommission einen Anerkennungspreis. Er lebte seit 1984 in Niederwangen.

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