Christian Lampert
Daten
*28.6.1902 Maienfeld GR, + 5.2.1994Instrumente
KlarinetteBiografie
Klarinettist, aufgewachsen als Spross einer neunköpfigen, in einfachen Verhältnissen lebenden Familie in einem abgelegenen Blockhäuschen an der Bahnstrecke Maienfeld-Chur oberhalb Maienfeld. Sein gleichnamiger Vater versah hier den Dienst eines Bahnwärters bei der SBB, unterhielt zugleich einen kleinen Landwirtschaftsbetrieb und dirigierte als Trompeter die Stadtmusik Maienfeld. Mit dessen Unterstützung erlernte der junge Lampert während seines ersten Schuljahres das Handorgelspiel, worin er es im Selbststudium bis zur vierten Klasse schon so weit gebracht hatte, dass er einmal gar die Produktionen einer Seiltänzergruppe begleiten durfte. Nach neunjähriger Schulzeit arbeitete er bis zum vierundzwanzigsten Lebensjahr auf dem elterlichen Heimwesen, half zeitweise im Bahndienst aus und war anschliessend von 1926 bis 1956 im Rebbau auf dem weitläufigen «Marschallgut» in Maienfeld tätig. Mit dem Schulaustritt begann auch seine fünfzigjährige Musikantenlaufbahn, bald als Trompeter in der örtlichen Musikgesellschaft und späteres Aktivmitglied der «Harmonie» Bad Ragaz, bald als Schwyzerörgeler von 1918 bis 1924 bei Hochzeiten und sonstigen Festlichkeiten. Nachdem er 1924 zur Klarinette gelangt war, mit der er sich in der von ihm bevorzugten Ländlermusik besser durchsetzen zu können glaubte, gründete er 1926 im Verein mit seinem Bruder Peter an der Bassgeige und dem Sarganser Akkordeonisten Martin Broder, später nacheinander abgelöst durch Rinaldo Tormenti und Andreas Haltiner, die bis 1975 bestehende Kapelle «Falknis». Diese Formation bestritt vorab in Graubünden und im St. Galler Rheintal über 1300 Freinächte und kehrte von manchen Wettspielen, wie jene von Wädenswil, Wollerau und Zürich-Altstetten, mit Kranz und Becher heim. Ihre Musik, meist Eigenkompositionen von Christian Lampert, so der «Trümeli»-Marsch oder der Walzer «Der verlorene Bassgeiger», ist auf rund 30 Schallplatten, entstanden von 1937 an, festgehalten. Während Lampert seine Fähigkeiten als Klarinettist in der volkstümlichen Tanzmusik bewies, nutzte er seine Fertigkeit im Handorgelspielen schon frühzeitig für den Unterricht. Seine 1934 gegründete Handharmonikaschule in Maienfeld mit Zweigstellen in den umliegenden Orten, die er jahrzehntelang leitete, trug wesentlich zur Verbesserung seines bescheidenen Einkommens eines Weinbauers und zuletzt Reisenden in Haushaltartikeln bei. Dass er über gute Kenntnisse in der Notenschrift verfügte, die er sich ohne fremde Hilfe angeeignet hatte, belegen seine Alben mit rund 100 Bündnertänzen, herausgegeben im Eigenverlag. Er lebte noch in den 1980er Jahren in Maienfeld.Objekte