Sepp Omlin
Weitere Namen
Bürgerlicher Name: Josef OmlinDaten
*10.03.1908 Sachseln OW, +01.07.1994 Sachseln OWInstrumente
KlarinetteBiografie
Klarinettist, Nachfahr einer bis in das frühe vorige Jahrhundert zurückreichenden Musikerdynastie, wuchs in Sachseln bei seinem Onkel, dem «Rössli».Wirt, auf und kann als der wohl bedeutendste Obwaldner Volksmusikant der neueren Zeit bezeichnet werden. Er erwarb sich die Grundkennmisse im Klarinettenspiel mit zehn Jahren bei seinem Schullehrer, bildete sich darin weiter als Absolvent der Klosterschule Engelberg und später, nach einem einjährigen Besuch des Kollegiums Samen, beim Klarinettisten des Stadttheaters Luzem, Giuseppe Mercenati, der ihn auch mit dem Tenor- und dem Altsaxophon umzugehen lehrte. Eine für sein Alter eindrückliche Fertigkeit, die er sich durch eine strenge klassische Schulung angeeignet hatte, erlaubte ihm frühzeitig, als Soloklarinettist im Orchester bei kirchlichen Festen mitzuwirken. Dann erfasste ihn die Begeisterung für die Volksmusik, deren herausragenden Vertreter Kasi Geisser er sich zum Vorbild nahm. Mit Paul von Ah und dessen Bruder Albert begab er sich erstmals auf den Boden der Ländlermusik und fiel sofort durch eine streng gebundene, runde Spielart auf. In diesem Kreis musizierte er öfter auch im Berner Oberland. 1924 kam es unter der Leitung von Robert Barmettler und in Gesellschaft von Paul von Ah, Handorgel, und Robi Garovi, Bassgeige, zur Gründung jener Formation, die für seine Karriere richtungweisend werden und ihn bekannt machen sollte, die Kapelle «Brünigklänge». An diese grundsätzlich bis zu Kriegsbeginn 1939 aktive, mehrmals umbesetzte Konzertgruppe, die ab 1936 unter dem Namen «Ländlerkapelle Robert Barmettler» hauptberuflich die Volksmusikszene belebte, erinnern mehrere alte Schellackplatten, wovon die wohl früheste mit dem Walzer «Sepp's Traum» 1928 entstand. Es sind Aufnahmen, die eindrücklich die perfekte Spieltechnik und die anmutige Tongebung des bis 1937 dieser Formation angehörenden Obwaldner Klarinettisten wiedergeben. Aber auch anderen Musikanten war er in den frühen dreissiger Jahren manchmal eine sichere Stütze, so der Kapelle «Bure vom Bielersee», Stocker Sepp, Walter Wild, Jakob Buser usw. Nach dem Austritt aus dem Orchester Robert Barmettler und der Aufgabe der Berufsmusik liess er sich im selben Jahr als Gastwirt in Samen, dazwischen kurz in Hergiswil, nieder und kehrte 1947 an seinen Geburtsort zurück, wo er nacheinander zwei Hotels betrieb. Damals entstanden Plattenaufnahmen mit der von ihm geleiteten «Bauernkapelle Brünigklänge», bei denen ausser ihm Jakob Buser, Handorgel, Teddy Tissot senior, Klavier, und Otto Würsch, Bassgeige, beteiligt waren. Im weiteren Verlauf seiner Laufbahn anerbot er sich den Veranstaltern meist mit Namen «Ländler- und Tanzkapelle Sepp Omlin», wobei ihn wiederholt Hugo Limacher, Akkordeon, Edi Wallimann, Klarinette, und Edi Gasser, Kla. vier, unterstützten. Höhepunkt dieser späteren Zeit bildeten die zahlreichen Konzerte in deutschen Städten wie Berlin, Frankfurt usw. während der siebziger Jahre, mit denen er im Auftrag hiesiger Organisatoren für die Schweiz als Reiseland warb. Der in Sachseln lebende Altmeister hat rund 80 meist unveröffentlichte Tänze von beachtlichem Schwierigkeitsgrad geschrieben.Objekte