Hans Rechsteiner-Baumgartner

Weitere Namen

Spitzname: Wolfgengli Hans (sein Vater war ein Wolfgengli von Kau Appenzell) Spitzname: Bischelis Hans

Daten

*28.02.1893 Speicher AR, +24.10.1986 Trogen AR

Beruf

Musiker / Blattstichweber

Instrumente

Cello Hackbrett

Orte

Speicher, Appenzell Ausserrhoden, Schweiz Trogen, Appenzell Ausserrhoden, Schweiz

Biografie

Hackbrettspieler, dessen Vater als Knecht in der Waisenanstalt Teufen diente, entstammte einer Familie mit elf Kindern. Er verbrachte die Jugendjahre in Speicher, war zuerst in Flawil, dann in St. Gallen in der Landwirtschaft tätig, worauf er 1909 ein Lehrjahr in der Webschule in Niederteufen absolvierte. Von jung auf im Cellospiel geübt, gründete er 1913, ein Jahr nach seinem ersten Auftritt im Hotel «Bund», Gossau, die Streichmusik «Edelweiss», Trogen. Sie umfasste zunächst Rechsteiners Jugendfreund Emil Fürstenauer, Geige, Jakob Graf, Hackbrett, Hans Rechsteiner, Cello, später Hackbrett, und Jakob Rechsteiner (Bruder), Bass. 1916 nahm Rechsteiner Wohnsitz in Trogen. Hier widmete er sich hauptberuflich bis ins hohe Alter von 82 Jahren als Heimarbeiter der Handweberei. Inzwischen durch Josef Peterer senior "Gehrseff" zum Hackbrettspieler ausgebildet, betrieb er das Musizieren etwa von 1925 an berufsmässig und spielte mit seiner Formation in Zürich, Basel, Bern, La Chaux-deFonds usw. Als ausgangs der zwanziger Jahre die ersten Schallplatten mit seiner Kapelle erschienen, nahm er deren Verkauf weitgehend selbst an die Hand, indem er sie zusammen mit solchen anderer Marken und Musiker als Reisender per Fahrrad während eines Jahrzehnts an Private und in Restaurants absetzte. Dies sowie das Musizieren bildeten seine Existenzgrundlage im Verlauf der Weltwirtschaftskrise. 1935 weilte er auf einer dreiwöchigen Konzertreise in London, und noch im selben Jahr wurde seine Streichmusik mit Appenzeller Jodlern für einen Spielfilm verpflichtet. Nebst seinem Bruder zählten zu seiner Mannschaft längere Zeit die Innerrhoder Adolf und Jakob Neff (Dävis Jock), Franzsepp Inauen sowie Franz Wild, Handorgel. Nach 1944 wieder vermehrt mit Handweben beschäftigt, spielte er nebenher regelmässig mit Emil Walser, 1. Geige, Jakob Alder, 2. Geige, Emil Fürstenauer, Cello, und Josef Dobler, Bass. 1956 wurde der Streichmusik «Edelweiss» der Ostschweizer Radiopreis zuerkannt. Sie löste sich erst mit dem Rücktritt Rechsteiners 1982 auf, nach fast siebzigjährigem Bestehen.

Objekte