Hausi Straub

Weitere Namen
Bürgerlicher Name: Hans StraubDaten
*17.12.1928 Welschenrohr SO, +18.01.2024Beruf
UhrenschalenmacherInstrumente
Schwyzerörgeli AkkordeonOrte
Biel, Bern, SchweizBiografie
Nach den Kinderjahren in Welschenrohr und dem in Eschert, Diesse und abermals an seinem Geburtsort fortgesetzten Schulbesuch wählte er Biel zum Wohnsitz und Wirkungskreis. Hier ergriff er den gleichen Beruf wie sein Vater, jenen eines Uhrenschalenmachers. Obschon das ausgeprägte Musikinteresse seiner Brüder Harry, Oswald, Charly und Bruno auf eine entsprechende Erbanlage hindeuten mochten, wandte er sich erst mit achtzehn Jahren dem Musizieren zu. Merkwürdigerweise entschied er sich dabei keineswegs für das Schwyzerörgeli, das ihn später bekannt machen sollte, sondern für die chromatische Handorgel. Auf diesem Instrument, das er ohne Anleitung nach Gehör spielen lernte, musizierte er dann vor allem zur eigenen Freude. Nachdem er eine Zeitlang die Stelle eines Busfahrers bei der Stadt Biel versehen hatte, machte er sich 1953 selbständig und handelte von da weg mit Alteisen und Metallen. Einen Aufenthalt in Australien 1960 brach er nach zehn Monaten ab, um in die Schweiz zurückzukehren, wo er wieder sein früheres Gewerbe betrieb und sich vorübergehend in Cortébert und später in Sonvilier auch im Wirtefach versuchte. Arthur Brügger, den er mit zweiunddreissig Jahren kennenlernte, wusste ihn schliesslich für das Schwyzerörgeli zu gewinnen. Dasselbe fesselte ihn auf Anhieb derart, dass er sich dessen Spiel auf sich allein gestellt innerhalb weniger Wochen nach Gehör aneignete. Kaum zwei Monate verstrichen, bis er Arthur Brügger, der ihm nebst Josias Jenny zum Vorbild wurde, auf dem Schwyzerörgeli begleiten konnte. Ermuntert durch den in so kurzer Zeit erzielten Erfolg, brachte er die Formation «Straub-Scheurer» zusammen, die mit ihm, Ernst Scheurer und Erich Leuenberger, Schwyzerörgeli, sowie Oskar Etter, Bassgeige, besetzt war und rund ein Jahr lang bestand. 1964 wurde der findige Produzent W. A. Wettler auf dieses bis dahin noch wenig bekannte Schwyzerörgelitrio aufmerksam und holte es für die Veröffentlichung einer ersten Schallplatte mit vier Hausi-Straub-Tänzen, darunter der zügige Schottisch «Dur's Tubeloch», ins Aufnahmestudio. Damit nahm die aussergewöhnliche musikalische Laufbahn des Bieler Alteisenhändlers ihren Ausgang. Wettler wiederum folgerte, dass allein der persönliche Name des Kapellmeisters den Erfolg gewährleiste und führte daher die Bezeichnung «Schwyzerörgeli-Quartett Hausi Straub» ein. Abgesehen von Charly Straub, Kontrabass, Hausis Bruder, der bald fortwährend mitwirkte, formierte sich die Gruppe öfters neu und umfasste so im späteren Verlauf auch Sohn und Tochter des Leiters, beide ebenfalls am Schwyzerörgeli. Gelegenheit zum Zusammenspiel ergab sich für Hausi Straub bisweilen auch mit Hans Kuster und Lorenz Giovanelli. Die umfangreiche Anhängerschaft, der er sich erfreute, liess sich u.a. ablesen an sieben Langspiel- und zehn 45-Touren-Platten, Auftritten in allen fünf Kontinenten und dem um 1978 gegründeten, nach ihm benannten rund 600 Mitglieder zählenden Fan-Club. Nach der Berufsaufgabe 1983 übersiedelte er nach Orpund, später nach Biel, wo er bis zu seinem Tod lebte und zwischendurch an Märkten im weiteren Umkreis Musikkassetten feilhielt. Zuletzt spielte er regelmässig an der sog. 'Stubete mit Mägy und Hausi'. Diese fand anfänglich in Brügg bei Biel und später dann im Restaurant Sternen in Safnern statt. Für das Organisatorische war von Anfang an Margrit Guex hauptverantwortlich. Margrit "Mägy" Guex (Schwyzerörgeli sowie französische und deutsche Lieder), war die Lebenspartnerin von Hausi Straub und umsorgte diesen während vielen Jahren. Die Kapelle Furkadampf nahm auf Wunsch von Margrit den von Hausi Straub komponierten Walzer "Komm bald wieder" in ihr Repertoire auf. Dieser Walzer fand auch den Weg auf deren CD "Gruss an Liestal". Der Walzer "Mys lieb Mägy" befindet sich u.a. auf der CD "Für d' Dampfbahn-Fans".Objekte