Noldy Wallimann

Weitere Namen

Bürgerlicher Name: Arnold Wallimann

Daten

*24.02.1936 Alpnach Dorf OW

Beruf

Schreiner-Maschinist

Instrumente

Klavier

Orte

Alpnach, Obwalden, Schweiz

Biografie

Wo ist die Person aufgewachsen? Wo war ihr örtlicher Lebensmittelpunkt? Noldy ist im „Ächerli“, in der Gemeinde Alpnach aufgewachsen. Zusammen mit zehn Geschwistern konnte er eine bescheidene aber schöne Jugendzeit verbringen. Nach der Schulzeit arbeitete er 13 Jahre in der Möbelfabrik in Wilen am Sarnersee. Danach war die Möbelfabrik Alpnach Norm bis zur Pensionierung sein Arbeitsplatz. 1966 heiratete Noldy Rösli Felber. In den folgenden Jahren baute er in Eigenarbeit ein Haus für seine fünfköpfige Familie. Vor einigen Jahren übergab Noldy sein Haus an Sohn Urs. Bei bester Gesundheit und musikalisch immer noch aktiv bewohnt er immer noch seine kleine Wohnung im selber erbauten Haus. Gelernte(s) und verwendete(s) Instrument(e)? Klavier Warum wollte die Person Volksmusik spielen? Sein Vater spielte für den Eigengebrauch etwas Schwyzerörgeli. Noldys älterer Bruder Ernst spielte Handorgel. Somit hörte Noldy als Kind immer wieder Volksmusik. Da lag es auf der Hand, dass er sein musikalisches Talent in die Tat umsetzte. In welchem Alter, wo, bei wem gelernt? Als Noldy noch die unteren Schulklassen besuchte, zeigte ihm sein Bruder Ernst die ersten Griffe auf einem alten Tischklavier, das die Familie besass. Als er dann 16-jährig war, besuchte er während zwei Jahren Klavierunterricht bei der Klavierlehrerin Berta Wallimann in Sarnen. Eine Stunde Klavierunterricht kostete damals vier Franken, erinnert sich Noldy! Wann erste/letzte öffentliche Auftritte? Sein erster Auftritt war anlässlich einer Klassenzusammenkunft im Gasthaus Schlüssel in Alpnach, den er zusammen mit seinem Bruder Ernst an der Handorgel bestritt. Mit wem zusammengespielt? Besetzung? Namen der Formation(en)? Als zwölf Jähriger, im Jahre 1948, war er bereits Gründungsmitglied bei der Kapelle Waldhuisli Alpnach. Das war die Kapelle, mit der er hauptsächlich musizierte, bis sie sich im Jahre 2013 auflöste. Noldy interessierte sich aber nicht nur für die Ländlermusik. In den 50er- und 60er- Jahren war er ebenfalls viel mit der Obwaldner Unterhaltungsmusik „Theddys“ unterwegs. Besonders freute sich Noldy, als er ab 1979 mit seinen drei Söhnen Urs an der Klarinette, René am Klavier und Armin am Kontrabass in der Familienkapelle auftreten konnte. Diese Familienmusik löste sich leider wieder auf, als für die Söhne die Berufslehren begannen. Als vielseitiger Klavierspieler ist er bis heute ein gefragter Aushilfespieler in verschiedenen Formationen. Über all die Jahre spielte er mit über vierzig Formationen als Aushilfe. Vorbilder? In jungen Jahren faszinierte ihn das Spiel von Winfred Atwell, der weltbekannten Ragtime- und Boogie-Woggie-Musikerin. Besonderheiten im Repertoire? Gibt es z.B. bevorzugte Komponisten, Taktarten? Noldy spielt oft und gerne auch Klaviersolos in verschiedenen Musikstilen. Besonderheiten in der Spielart? Gibt es z.B. eine bevorzugte Stilart (z.B. Illgauer-, Berner-Stil, konzertante Musik, Stimmungsmusik usw.)? Wurde mehrheitlich vorgespielt oder begleitet? Als Klavierspieler begleitet er vor allem Bläserkapellen und Handorgelduos im Innerschweizerstil. Wenn in der Kapelle der Akkordeonspieler fehlte, spielte Noldy oft auch mit der Klavierhandorgel mit. Bei welchen Anlässen ist man mehrheitlich aufgetreten? Früher waren es Kilbenen, Älplerkilbenen, Tanzanlässe, Jodlerkonzerte usw. Heute sind es eher Geburtstage, Unterhaltung in Altersheimen, Tanznachmittage und diverse andere Gelegenheiten. In der aktivsten Zeit gab es Jahre in denen Noldy über 130 Auftritte absolvierte. Gibt es Auftritte, die einen besonderen Stellenwert haben? Besonders in Erinnerung geblieben sind ihm die Auftritte mit „Luzern Tourismus“ in Thailand. Aber auch die Liveauftritte beim Fernsehen in Berlin mit der Kapelle Waldhuisli. Gibt es interessante, lustige Episoden aus dem musikalischen Leben? Noldy erlebte noch jene Zeit mit, als die Fortbewegung oft noch mit eigener Kraft bewältigt werden musste. Er erinnert sich, wie er in jungen Jahren oft mit dem Velo an die Auftritte fahren musste. So erzählt er, wie er mit dem Velo bei Regen und Schneegestöber zu einem Auftritt nach Gersau gefahren ist, dort die ganze Nacht spielte und anschliessend gegen Morgen wieder nach Hause fahren musste. Auszeichnungen? Ehrungen? Gewonnene Preise? In jungen Jahren besuchte Noldy mit Musikkollegen ein Wettspiel in Weggis. Unvorbereitet bestritt er dort auch einen Soloauftritt und wurde prompt mit dem Goldkranz ausgezeichnet. Gibt es Eigenkompositionen? Noldy hat nach eigenen Angaben zwischen 30 und 40 Eigenkompositionen gemacht. Notenbeispiele: „Und was noch?“ Fox „Schneeglöcklein“, Walzer „Wolkenbruch“, Schottisch „Rosen für dich“, Polka „Holzschue-Schottisch“ Diese Informationen wurden im Rahmen des Projekts "Die instrumentale Unterwaldner Volksmusik-Landschaft" erarbeitet.

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