Peter Zinsli

Daten

*15.06.1934 Chur GR, +3.12.2011 Tschiertschen GR

Instrumente

Schwyzerörgeli

Biografie

Schwyzerörgeler, welchem Fernsehen, Schallplatte und Presse über seine Bedeutung als einer der Hauptvertreter des neueren Bündnerstils hinaus zu einem allseits hohen Bekanntheitsgrad verholfen haben. So ist sein Name seit etwa 1970 nachgerade zum Gütezeichen für bodenständige Ländlermusik geworden. Aufgewachsen in Chur als Sohn eines Chauffeurs und Metzgers, lernte er Schriftsetzer und wechselte später ins Bankfach. Mit Musizieren beschäftige er sich von seinem vierzehnten Lebensjahr an, zuerst auf dem Flügelhbrn als Mitglied der Knabenmusik Chur, dann während vier Jahren als Trompeter der Musikgesellschaft Thusis. Er lernte als Militärrekrut mit dem Tenorbass umzugehen, gehörte von 1954 bis 1956 zur Stadtmusik Zürich unter der Leitung von Gian Battista Mantegazzi und trat später in Chur der Musikgesellschaft «Union» bei. Dreiundzwanzigjährig erwarb er 1957 sein erstes Schwyzerörgeli, auf dem er schon nach einem halbmonatigen Selbststudium, ohne jede Anweisung, am 1.August 1957 erstmals den Schwyzerörgeler Walter Hassler eine Nacht lang zu begleiten vermochte. In Josias Jenny erblickte er sein Vorbild, dessen hohe spielerische Fähigkeiten er sich zu erreichen vornahm. Zur Gründung seiner ersten Kapelle «Gotschnabueba» zusammen mit Peter Conrad, Schwyzerörgeli, und Georges Müller, Bassgeige, kam es noch im selben Jahr. Der Name Peter Zinsli wurde dann 1958 bei einer Radiosendung erstmals einer breiten Öffentlichkeit bekannt. In Anlehnung an das vom Klarinettisten Luzi Bergamin geleitete Bündner Ländlerquintett Bern, dessen Spielart er zu seinem Leitbild erhob, gründete er darauf 1959 im Verein mit dem Klarinettisten Arno Caflisch und dem Bassisten Sepp Simonelli, neben Walter Hassler, die Formation «Peter Zinsli und sini Ländlerfründa». Der charakteristische Bündnerklang hielt indessen erst um 1965 Einzug mit dem Beitritt des 2. Klarinettisten Silvio Caluori, den nach zwei Jahren Heiri Goethe und ab 1969 bisweilen auch Ueli Mooser ablösten. Der wohl mit keiner anderen Ländlerformation aus jüngster Vergangenheit vergleichbare Ruf, erworben durch 25 Langspielplatten seit 1961 (erste Aufnahmen 1961 auf Decca mit Luzi Bergamin, 2. Klarinette), zahlreiche Fernsehauftritte und Gastspiele in rund einem Dutzend Ländern, forderte von ihm einen ständigen nebenberuflichen Einsatz. Ihm vermoch. te er nicht zuletzt wegen der örtlichen Distanzen zwischen dem Wohnort Chur und den Spielorten wie Zürich usw. nur mit der Bildung von zwei unterschiedlich besetzten Gruppierungen zu begegnen, worin sich die Mitspieler gegenseitig abwechseln; diese stellen sich seit längerer Zeit folgendermassen dar: «Peter Zinsli und sini Ländlerfründa»: Klarinette: Heiri Goethe, Ueli Mooser (letzterer auch Schwyzerörgeli/Bassgeige); Schwyzerörgeli: Werner Amacher, Herbert Christen; Bassgeige: Sepp Bleiker, Hans Schläpfer. «Peter Zinsli und sini Churer Ländlerfründa»: Klarinette: Christoph Bucher, Martin Tanner, Hanspeter Jehli; Schwyzerörgeli: Hansruedi Widmer (auch Klarinette), Urs Glauser; Bassgeige: Fluri Burger, Georges Müller, Jonny Prader. Die erstgenannte Abteilung umfasst grösstenteils Musikanten aus dem Raum Zürich, die nachfolgende solche aus Chur und Umgebung. Seine bisher entstandenen 350 eingängigen Eigenkompositionen von unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad sind mehrheitlich in den Verlagen Hans Niederdorfer und Edition Melodie (Peterer) im Druck erschienen. Ihm vorab verdankt der Bündnerstil in der fünf Mann starken Besetzung seine Vorrangstellung innerhalb der Schweizer Volksmusik seit Beginn der siebziger Jahre. Zinsli, der in Chur lebt, betätigt sich beiläufig als Trompeter in der «Blaskapelle der Graubündner Kantonalbank». Siehe auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Zinsli

Objekte