Ferdinand Lötscher
Daten
*29.5.1842 Schüpfheim LU, +1.6.1904 Flühli LUInstrumente
TrompeteBiografie
Der wohl einzige Entlebucher Volksmusikant und Komponist der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, über den man näher Kenntnis hat. Von 1867 an in Lungern OW als Wagner tätig, rief er dort eine zehnköpfige Harmoniemusik ins Leben. Ab 1869 bis zu seinem tödlichen Bergunfall 1904 war er Trompeteninstruktor der 4. Division in Luzern. Um 1894 hatte er sich «auf Halbsold setzen» lassen. Er galt als ausgezeichneter Trompeter sowie hochbegabter, tüchtiger Handwerker (Mechaniker, Schreiner, Drechsler), der grosses Geschick für technische Neuerungen bewies (selbstgefertigte Schneeschuhe zum Skifahren, Experimente mit der Farbfotografie). Er komponierte zirka 800 volkstümliche Blasmusikwerke, gewissermassen Kunstmusik im Volkston, zumeist Schottisch, Mazurka, Walzer u.ä., die indessen zu seinen Lebzeiten keinen Verleger fanden. Erhalten geblieben sind nur seine «50 ländlichen Tänze für eine sechsstimmige Harmoniemusik». Zwölf Stücke daraus spielte 1987 die aus Berufsmusikern bestehende «Lauwiser Dorfmusik» auf Tonträger ein (Teil Record). Der Verlag Emil Ruh liess 1988 eine Notenausgabe mit diesen Titeln folgen («Ume nid so trabblet!», «D'Usgüüglete» etc.) (F.L. nicht in Refardts histor.-biogr. Musiker- Lexikon der Schweiz, 1928 aufgeführt.)Objekte