Fridolin Haldi

Weitere Namen

Übername: Haldi Fridl

Daten

*09. 05. 1916 Hasle LU, +14. 11. 2012 Horw LU

Beruf

Knecht, Angelstellter

Instrumente

Akkordeon Alphorn Gesang

Orte

Alpnach & Sarnen, Obwalden, Schweiz Kerns, Obwalden, Schweiz

Biografie

"Wo ist die Person aufgewachsen? Wo war ihr örtlicher Lebensmittelpunkt? Fridolin Haldi ist auf der Alp Knubel im Entlebuch, in der Gemeinde Hasle, geboren und in Alpnach und Sarnen aufgewachsen. Er wohnte später viele Jahre in Kerns. Nach der Schul-entlassung in Sarnen arbeitete Friedel als Bauernknecht, da er keine Lehre absolvieren konnte. Später fand er in zwei Möbelfabriken Arbeit für seine kinderreiche Familie, dann bei der «Hüetli» in Sarnen und anschliessend bei den Flugzeugwerken in Stans. Die letzten zehn Jahre bis zu seiner Pensionierung wurde er von den Schindler-Aufzügen in Ebikon beschäftigt. Als junger, 20-jähriger Knecht arbeitete er bei Franz Kiser auf dem Ramersberg. Dieser be-merkte Fridels musikalische Begabung und schenkte ihm ein Örgeli. Von da an übte er fleis-sig als Autodidakt und lernte viele Tänzli. Er hatte ein ausgezeichnetes Musikgehör und spielte alles im Stegreif. Noten kannte er keine. Bald gründete er mit Durrer Albert ein Handorgelduett und spielte mit ihm über 60 Jahre zusammen. Viele Auftritte an verschie-denen Anlässen folgten. Während 33 Jahren war er Vorjodler im Jodlerklub «Fruttklänge» von Kerns und spielte da-neben auch sein geliebtes Alphorn. Mit seiner Handorgel begleitete er viele Jahre lang ver-schiedene Duette, die sich aus dem Kernser Jodlerklub formierten, darunter die Gebrüder Toni und Sepp Michel, die Jodlerinnen Margrit Spichtig-Hofer und ihre Zwillingsschwester Berta Odermatt-Hofer. Dem begnadeten Jodler verdanken wir einige schöne Naturjodel. Noch im hohen Alter war er ein aktives Mitglied des Jodlerklubs «Fruttklänge». Gelernte(s) und verwendete(s) Instrument(e)? Rückwärtschromatisches Akkordeon, Alphorn; und seine Stimme: Vorjodler im JK Fruttklän-ge Kerns. Er war ein absolutes Naturtalent im Jodeln. Warum wollte die Person Volksmusik spielen? Die Ländlermusik bedeutete ihm in jungen Jahren schon sehr viel. In welchem Alter, wo, bei wem gelernt? Mit ca. 20 Jahren hat er mit dem Handorgelspiel angefangen. Er war Autodidakt. Mit wem zusammengespielt? Besetzung? Namen der Formation(en)? Er hat vor allem mit Durrer Albert über 60 Jahre zusammengespielt und war 33 Jahre Vorjodler im JK Fruttklänge Kerns. Vorbilder? Handorgel: Franz Feierabend, Kasi Geisser. Jodeln: Julius Stockmann, Werner Schnellmann, Jakob Ummel. Besonderheiten in der Spielart? Gibt es z.B. eine bevorzugte Stilart (z.B. Illgauer-, Berner-Stil, konzertante Musik, Stimmungsmusik usw.)? Wurde mehrheitlich vorgespielt oder begleitet? Er spielte gehörfällige, urchige, tänzige Musik im Innerschweizer Stil und hat vor allem vor-gespielt; er war auch oft als Alleinunterhalter unterwegs. Bei welchen Anlässen ist man mehrheitlich aufgetreten? An Jodlerabenden, an der Älperchilbi, an der Fasnacht, Hochzeiten und Familienfesten. Gibt es Auftritte, die einen besonderen Stellenwert haben? Ganz besonders zu erwähnen sind die Reisen nach Pfronten im Allgäu und nach Sulz am Neckar in den 80er-Jahren. Selbstverständlich hat Fridel nicht nur seine Stimme, sondern auch seine Handorgel mitgenommen. Gibt es interessante, lustige Episoden aus dem musikalischen Leben? Hier darf erwähnt werden, dass Fridolin ein ausgezeichneter Kegler war und viele Auszeich-nungen und Meisterschaften (sogar die Schweizer Meisterschaft in seiner Altersklasse) gewonnen hat. Auszeichnungen? Ehrungen? Gewonnene Preise? Er hat an vielen Jodlerfesten als Einzeljodler teilgenommen und fast immer die Klasse 1 erreicht. Den gleichen Erfolg durfte er als Vorjodler im JK Fruttklänge feiern. Gibt es Eigenkompositionen? Sind Noten vorhanden? Haldi Fridel hat sich vor allem als Komponist von Naturjuizen einen Namen gemacht. Aus seiner Feder sind folgende Kompositionen entstanden: • Bärglerchoscht • Dr Stanser • Dr Bücheljuiz / Alphornjuiz • Dr Eidgenoss • Dr Schwyzer • Dr Emmenbrügger Viele Jodlerklubs der Zentralschweiz haben Kompositionen von Fridolin Haldi in ihr Reper-toire aufgenommen. Fridel war einer der Ersten, der in einem Naturjuiz (Bärglerchoscht) Mollakkorde verwendete. Fridolins Töchter erzählten, dass seine Frau Rosa ihm oft bei der Entstehung von Naturjo-deln «geholfen» und ihm auf ihrem Örgeli einzelne Phrasen als Vorschlag vorgespielt habe. Gibt es Tonträger oder Radioaufnahmen? Es gibt verschiedene Jodlerformationen, die Fridels Naturjodel auf ihre Tonträger aufge-nommen haben. Z.B.: • Jodlerklub Fruttklänge Kerns • ObwaldnerTrachtenchörli • Tschiferlichörli • Jodlergruppe Titlis • Jodelduett Geschwister Hofer • Jodelduett Geschwister Rohrer" Diese Informationen wurden im Rahmen des Projekts "Die instrumentale Unterwaldner Volksmusik-Landschaft" erarbeitet.

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