Walter Mittelholzer

Daten

*1957 Eggerstanden AI

Beruf

Feinmechaniker / Ingenieur

Instrumente

Gesang Jodel

Orte

Eggerstanden , Appenzell Innerrhoden, Schweiz

Biografie

Er war gerade zwölf Jahre alt und dennoch schon ein gefragter Jodelstar. Walter Mittelholzers Agenda war in den 1970er-Jahren immer voll. Wenn er nicht zu Auftritten geladen war, musste er auf dem elterlichen Hof mit anpacken. Die Schule durfte natürlich auch nicht unter dem Erfolg leiden. Mittelholzer trat in der ganzen Schweiz auf. Auch im Fernsehen war er ein gern gesehener Gast. Verständlich, dass er dafür einen Teil seiner Kindheit aufgeben musste. Den Vergleich mit Schlagerstar Heintje hörte er indes nicht gerne. Auch dass man ihn überall erkannte, war ihm als Kind irgendwie peinlich. Zwischen 1972 und 1973 nahm er vier Langspielplatten auf. «Wir fuhren ins Radiostudio nach Basel, wo die Lieder zuerst auf Band aufgenommen wurden.» Begleitet wurde er von Appenzeller Musikkapellen von Horn Sepp (Sepp Dobler), Hans Dörig und Ueli Alder. Die Lieder für die fünfte Schallplatte, deren Aufnahme für Anfang 1975 geplant war, waren bereits eingeübt. Doch dann kam Walter Mittelholzer in den Stimmbruch. Es war das Ende seiner Karriere als Jodlerbueb. «Ich hatte damals sowieso etwas genug von diesem Rummel», sagt er. Die vielen öffentlichen Auftritte hätten sein Selbstvertrauen gestärkt, sagt Walter Mittelholzer. Nach seiner Lehre zum Feinmechaniker absolvierte er ein Studium zum Ingenieur in Feinwerktech- nik. Danach verliess er Appenzell, um in Lausanne zu arbeiten und Französisch zu lernen. «Ich wollte irgendwohin, wo mich niemand kannte.» In der Westschweiz lernte er seine Frau kennen. Walter Mit- telholzer war immer in der Industrie- Messtechnik tätig. Er arbeitete sich vom Feinmechanikerlehrling zum Mitglied der Konzernleitung hoch. Jetzt geniesst er seine vorzeitige Pensionierung und tut alles, wofür er früher keine Zeit hatte. Und er singt wieder: Als erster Bass im Jodlerchörli Niederlenz.

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