Arthur Horath

Weitere Namen

Rufname: Turi Horath Rufname: Thury Horath

Daten

*10.05.1948 Goldau SZ

Biografie

Thury Horath wurde am 30. Mai 1948 in Goldau geboren und wuchs mit fünf Brüdern an der Steinerbergstrasse 40c auf. Er absolvierte acht Schuljahre und eine vierjährige Lehre als Automechaniker, besuchte anschliessend die Wirtschaftsschule und war während zwölf Jahren als technischer Kaufmann tätig. Parallel dazu besuchte er während drei Jahren das Konservatorium mit Klarinettenpraktikum. Thury Horath ist verheiratet und Vater von zwei Töchtern. Seine musikalische Laufbahn begann früh. Bereits im Alter von vier Jahren entdeckte er auf einer Blockflöte erste Töne. Er versuchte, einfache Lieder wie das «Schuhmacherli» oder andere bekannte Melodien zu spielen. Mithilfe einer alten Blockflötenschule seines Bruders lernte er, geschriebene Noten umzusetzen, eignete sich die Tonleitern an und begann, notierte Melodien zu spielen. Mit elf Jahren erhielt er von einem Nachbarn eine alte deutsche Arthur-Übel-B-Klarinette, die jedoch zuerst spielbar gemacht werden musste. Die ersten Versuche waren sehr anstrengend, Lippen und Kiefer schmerzten anfänglich stark. Rat holte er sich beim Instrumentenmacher Charli Hofmann in Goldau. Nach rund zwei Monaten hatte er die untere und obere Lage einigermassen im Griff. Er begann mit der Klarinettenschule von Karl Fankhauser und lernte mithilfe der Grifftabellen, die ihm ebenfalls von Charli Hofmann erklärt wurden, die Noten korrekt auf die Klarinette zu übertragen. Er übte täglich, auch wenn sein Vater dagegen war. Im Frühling 1962, im Alter von 14 Jahren, konnte er im Musikverein Goldau mit dem Klarinettenunterricht beginnen und spielte nach einem halben Jahr bereits in der zweiten Klarinette mit. Mit 16 Jahren wurde er offiziell als aktives Mitglied aufgenommen. Über 25 Jahre hinweg, mit Unterbrüchen, blieb er dem Musikverein treu und wurde später als kantonales Ehrenmitglied erfasst. Im Jahr 1972 spielte er im Musikverein das Solo „Concertino“ von C. M. Weber, was mit grossem Applaus honoriert wurde. Seine erste Formation gründete Thury Horath 1967 mit Robert Schneider am Akkordeon und Albert Stöckli am Piano. Die musikalischen Kenntnisse waren noch im Aufbau, doch einige Tänze waren bereits gut eingeübt. 1968 folgte ein Auftritt beim VSV-Konzert im Kasino Zug. Im Musikverein lernte er auch den Akkordeonisten Adolf Schmidig kennen, der ihn dazu motivierte, bei Tanzmusikproben mitzuwirken. Schon bald folgten öffentliche Auftritte. Gespielt wurden volkstümliche Musik, Märsche und Unterhaltungsmusik, mit grossem Erfolg vor allem bei Hochzeiten, Firmenanlässen und gemischtem Publikum. Im September 1969 erhielt die Formation ein Engagement auf den Bermudas, in Hamilton, im Hotel Holmukaus. Für ein Jahr spielten sie dort vorwiegend internationale Musik, nebst Ländlermusik auch Wiener- und Schrammel-Lieder, die beim Publikum sehr gut ankamen. Besonders oft wurde das amerikanische Lied „Edelweiss“ verlangt, für Thury Horath das erste englisch gesungene Stück. Nach rund zwei Wochen wurden sie im bermudianischen Fernsehen vorgestellt. Während dieser Zeit kam es immer wieder zu musikalischen Begegnungen mit einheimischen Musikern, die spontan mitspielten. Ein besonders eindrückliches Erlebnis war ein gemeinsames Musizieren mit einer Steelband bei einer Hochzeit, das allen Beteiligten tief unter die Haut ging. Das Jahr auf den Bermudas wurde zu einer musikalisch sehr lehrreichen und prägenden Zeit. Zurück in der Schweiz spielte Thury Horath weiter mit Adolf Schmidig und gleichzeitig im Trio Horath–Kuhn, gemeinsam mit seinem Bruder Walter am Akkordeon und Heinz Kuhn an Schlagzeug und Trompete. 1975 gründete er die Kapelle Horath–Nauer. Nach personellen Wechseln fand sich eine stabile Besetzung mit Martin Suter am Akkordeon und Walter Brunner am Kontrabass. Nebst Ländlermusik wurden auch internationale Melodien gespielt, was grossen Anklang fand. Es folgten Radio- und Fernsehauftritte sowie zahlreiche Engagements im In- und Ausland, darunter Auftritte in Frankreich, Holland, Ungarn, Italien, Deutschland, Österreich, Amerika sowie auf zwei Kreuzfahrten im Mittelmeer. Parallel dazu absolvierte Thury Horath während fünf Jahren ein Klarinettenpraktikum bei Josef Mercenatti am Konservatorium Luzern. In dieser Zeit spielte er gleichzeitig in mehreren Formationen und übernahm zusätzlich Aushilfen. Für die Gemeinde Arth und den Musikverein Goldau erteilte er während zweieinhalb Jahren Klarinetten- und Saxophonunterricht. Ab den 1970er-Jahren folgten zahlreiche Tonträger-, Radio- und Studioaufnahmen mit verschiedenen Formationen. Ein Höhepunkt war 1982 eine Fernsehsendung bei Eugster mit dem Titel „I steige bitte“. 1985 wurde die Kapelle nach 15 Jahren leider aufgelöst. Thury Horath blieb jedoch als gefragter Allround-Klarinettist aktiv. Weitere prägende Projekte waren unter anderem das Unterhaltungsduo „The Bern’s“ sowie Engagements im Sinfonieorchester Arth, wo er zwischen 1995 und 2001 als Klarinettist mitwirkte. Neben seiner Tätigkeit als Musiker begann Thury Horath 1966 mit dem Komponieren. Bis 2025 entstanden rund 2332 Kompositionen in verschiedenen Stilrichtungen. Mehrere Alben mit insgesamt hunderten Titeln wurden veröffentlicht, ergänzt durch zahlreiche Einzelwerke. Gesundheitliche Rückschläge prägten die späteren Jahre stark. 2005 erlitt er in den USA eine schwere Blutvergiftung und wurde nach der Rückführung durch die REGA in der Schweiz weiterbehandelt. Dabei wurde die chronische Krankheit Colitis ulcerosa diagnostiziert. Nach über 50 Jahren aktiver Bühnenauftritte bedeutete dies einen tiefen Einschnitt. Weitere gesundheitliche Komplikationen folgten 2021 nach einer Covid-Erkrankung, die eine Operation erforderlich machten. Auch im familiären und beruflichen Umfeld erfuhr Thury Horath oft wenig Verständnis für seine musikalische Leidenschaft. Trotz zahlreicher Widerstände, beruflicher Konflikte und Rückschläge blieb er seiner Musik stets treu. 1975 erwarb er ein Haus in Goldau, wo er ungestört musizieren konnte. Rückblickend überwiegt für ihn die Dankbarkeit. Die Musik ermöglichte ihm Begegnungen, Erlebnisse und Erfahrungen, die sein Leben reich gemacht haben und bis heute in Erinnerung geblieben sind.

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