Kapelle Sunnehuisli Alpnach

Weitere Namen
Ländlerkapelle SunnehüsliDaten
Gegründet 1963, Aufgelöst 1983Biografie
Instrumentale Besetzung? Die Kapelle war zu Beginn mit zwei Klarinetten, Akkordeon und Klavier besetzt. Ab 1972 kam dann noch ein Kontrabass dazu. Ab 1978 spielte man zu viert mit Klarinette, Akkordeon, Klavier und Kontrabass. Wie kam es zur Formationsgründung? Evtl.: Warum wurde die Formation aufgelöst? In Alpnach, auf dem Sattel, wuchsen die beiden Brüder Sepp und Edy Wallimann in einer musikalischen Bauernfamilie auf. Beide mit einem feinen Musikgehör ausgestattet, begeisterten sie sich schon während der Schulzeit für die Ländlermusik. Ihr Vater spielte Klarinette und so war es nicht verwunderlich, dass auch Edy und Sepp zu diesem Instrument griffen. Zu dieser Zeit war es für sie schwierig für die schönen Melodien, die man am Radio hören konnte, Notenmaterial zu bekommen. So griff Edy schon während der Schulzeit zu Schreibzeug und Notenpapier und notierte für sie zweistimmige Sätze. Zur gleichen Zeit wuchsen in der Bauernfamilie Gerig, in der Nachbargemeinde Kägiswil, die beiden Brüder Walti und Clemens auf. Ihr Vater spielte Schwyzerörgeli und so liessen sich auch die Beiden vom Musikvirus anstecken. Auch ihnen war ein hervorragendes Musikgehör angeboren und schon bald waren sie musikalisch kaum mehr zu bremsen. Walti griff zur Handorgel und Clemens spielte zuerst auf einem dreisaitigen Bass. Später erlernte Clemens im Eigenstudium auch Klavier und Handorgel. Die Brüder Sepp und Edy hatten vernommen, dass Walti und Clemens in Kägiswil ebenfalls junge, «angefressene» Musikanten waren. An einem Sonntag gingen Sepp und Edy mit ihren Instrumenten bei den Gerigs auf Besuch, um gemeinsam ein wenig zu musizieren. Mutter Gerig aber sagte den Beiden, dass Clemens und Walti nicht zu Hause seien und im Restaurant Kreuzstrasse am Absenden des Skiclubs am Spielen seien. Da entschlossen sich Edy und Sepp kurzerhand den Besuch in der Kreuzstrasse zu machen. Walti und Clemi freuten sich über den musikalischen Besuch und sofort wurde gemeinsam der erste Auftritt bestritten. Die vier jungen Musikanten liessen sich vom Klang sofort begeistern und sie beschlossen, sich schon bald wieder zu treffen. So war der Grundstein für eine 20-jährige sehr erfolgreiche Kapellengeschichte gelegt. Welches sind/waren die Gründungsmitglieder? Welche Musikerinnen und Musiker sind/ waren Formationsmitglieder? Zeitraum der Mitgliedschaft? Bei den allerersten Auftritten war neben den beiden Brüderpaaren auch Alois Niederberger, Alpnach mit dem Akkordeon in der Kapelle dabei. Er gab auch der Formation den Namen. Zirka 1972 erweiterte man die Kapelle mit dem Bassgeiger Hermi Michel von Kerns. 1973 verliessen Edy und Chlemi die Formation und gründeten einige Jahre später ihre eigene Kapelle «Wallimann-Gerig». 1978 kam dann Isabelle Schürmann als Klavierspielerin von Littau zur Kapelle. Vorbild-Formationen? Zur Gründungszeit der Sunnähuisli war die Kapelle «Waldhuisli» Alpnach sehr beliebt und erfolgreich. Ihre Musik begeisterte und beeinflusste die damals jungen Musikanten sehr. Später blieben aber selbstverständlich bekannte Musikanten wie Hans Aregger oder die Kapelle Heirassa bei den Musikanten der Kapelle Sunnehuisli nicht ungehört und viele damals bekannte Innerschweizer Kapellen inspirierten sie musikalisch. Besonderheiten in der Spielart? Gibt es z.B. eine bevorzugte Stilrichtung (z.B. Illgauer-, Berner-Stil, konzertante Musik, Stimmungsmusik usw.)? Der Innerschweizer Stil, ob konzertant oder urchig, aber auch Stimmungsmusik wurde dargeboten, je nach Anlass und Publikum. Besonderheiten im Repertoire? Gibt es z.B. bevorzugte Komponisten, Taktarten, usw.? Es waren viele Eigenkompositionen aller Musikanten im Repertoire. Selbstverständlich durften aber beliebte Kompositionen von Kaspar Muther, Hans Aregger, Jost Ribary, Alois Schilliger und anderen nicht fehlen. Bei welchen Anlässen spielt(e) die Formation mehrheitlich auf? Das waren Tanzanlässe, Konzerte, Kilbenen, Musikantentreffen, Fasnacht usw. Gibt es Auftritte, die bei der Formation einen besonderen Stellenwert haben? In besonderer Erinnerung sind z. B. die Spirgarten Konzerte von Zürich geblieben, dort wurde jeweils ein Publikumsliebling mit dem Schallpegel des Applauses auserkoren. Aber auch die Konzerte im Kunsthaus Luzern, die Ländlertreffen von Beckenried und Gstaad, die Fasnacht von Schattdorf oder die Sennenkilbi in Bürglen bleiben unvergessen. Auszeichnungen? Ehrungen? Gewonnene Preise? An einem der Kunsthaus-Konzert in Luzern gewann die Kapelle mit «Janines Tänzli» von Edy Wallimann den Siegerpreis, die Heirassa-Glocke. Diese Informationen wurden im Rahmen des Projekts "Die instrumentale Unterwaldner Volksmusik-Landschaft" erarbeitet.Objekte