Melchior Betschart
Daten
*24.8.1904, +15.5.1986Beruf
Tramführer, WirtInstrumente
Klarinette SaxofonBiografie
Melchior Betschart wurde am 24. August 1904 als jüngstes von drei Kindern der Familie Georg Anton und Marianna Betschart-Ulrich geboren. Viele Jahre seiner Jugendzeit verbrachte er auf einem Heimwesen in Hinteriberg, Rickenbach SZ. Beruflich war Melchior als Tramführer bei den damaligen Schwyzer Strassenbahnen angestellt. Um 1935 zog er mit seiner Familie nach Freienbach an den Zürichsee, wo er zuerst im Restaurant Leutschen wirtete, ehe er das Restaurant Schmiede übernahm. Nach der Scheidung führte seine Frau das Lokal als Gerantin weiter. Seine Vorfahren und Geschwister waren, soweit bekannt, musikalisch nicht aktiv. Gemäss seinem in Zürich lebenden Sohn Paul Betschart brachte sich Melchior das Spiel auf der Klarinette und Saxophon in jungen Jahren selber bei. Vermutlich wird er da und dort von befreundeten Musikern Tipps erhalten und schon bald erste Auftritte bestritten haben. Für die Jahre in Schwyz lassen sich keine Ländlerkapellen eruieren, bei denen er mitgespielt hat. Erst nach dem Umzug nach Freienbach startete Melchior seine Karriere als Ländlermusiker richtig mit der Kapelle „Seerose“, Freienbach. Neben Melk als Bläser wirkten in dieser Formation der Handorgeler und Bahnhöfli-Wirt Claudi Nauer, als zweiten Handorgeler der Wirt und Musiklehrer Hans Hug aus Pfäffikon sowie als Bassist Johann Mächler aus Bäch mit. Ab und zu sei auch ein zweiter Bläser mit von der Partie gewesen. Die Kapelle „Seerose“ war in den Höfen sowie rund um den Zürichsee sehr beliebt. Sie war an der Steiner-Chilbi wie auch im Zürcher Niederdorf in den eingängigen Lokalen gefragt. Überregionale Bekanntheit erlangten die Musikanten mit dem Gewinn des ersten Platzes an einem Ländlermusikwettspiel in Freiburg im Jahre 1937. Leider wurden keine Schallplattenaufnahmen gemacht. Nach einem Motorrad-Unfall mit schweren Kopfverletzungen im Jahre 1939 musste Melchior Betschart seine Musikerlaufbahn beenden. Somit löste sich auch die Kapelle „Seerose“ auf. Melchior Betschart war ein talentierter Notenschreiber, der zahlreiche Notenhefte mit den damals gängigen Tänzen vollschrieb. Ob er selber auch komponiert hat, lässt sich nicht mit Bestimmtheit sagen. In seinem Nachlass finden sich keine eindeutigen Beweise dafür. Von Melchiors beiden Kindern war einzig der 1930 geborene Paul musikalisch aktiv. Er wirkte viele Jahre als Schlagzeuger und Cinellist nacheinander in der Harmonie Freienbach, Musik Oerlikon, der Stadtmusik Zürich sowie bei der Grenadiermusik Zürich mit. Quellen: - Telefongespräch mit Sohn Paul Betschart, Zürich am 21. Februar 2024 - Schwyzer Heft Nr. 111 Volksmusik March und HöfeObjekte



