Leo Schelbert

Weitere Namen
Übername: ds Tönis LeoDaten
*24.2.1905 Bödäli, Muotathal SZ, +1966Instrumente
AkkordeonOrte
Muotathal, Schwyz, SchweizBiografie
Neben verschiedenen schweizweit bekannten Muotathaler Musikanten ist Leo Schelbert in den letzten Jahrzehnten in Vergessenheitgeraten und nur noch wenigen Insidern Bekannt. Leo Schelbert, oder wie er in Muotathal genannt wurde ,ds Tönis Leo’, darf mit seinen gut 50 teilweise anspruchsvollen Kompositionen für Akkordeon zu den wegweisenden Ländlermusikanten der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gezählt werden. Es ist an der Zeit, seine Musik wieder einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Leo schelbert wurde am 24. Februar 1905 im "Bödäli” in Muotathal geboren. Leo bekam das musikalische Talent in die Wiege gelegt, denn schon sein Vater Josef Leonhard Schelbert war neben seiner Hauptbeschäftigung als Säger auch Musikant. Auch die Brüder von Leo waren musikalisch aktiv. Der älteste Bruder spielte alte Tänzli auf der Handorgel, während zwei andere Klarinette und Bass spielten. Seine ersten Versuche als Musikant machte Leo auf dem Schwyzerörgeli seines Vaters, mit welchem er heimlich im Stall übte. Als Er sich darauf eine gewisse Fertigkeit angeeignet hatte, sparte er für eine eigene Schwyzerorgel. Damit liessen sich allerdings seine musikalischen Ansprüche nicht befriedigen und so sattelte er auf eine rückwarts gestellte chromatische Handorgel um. Noten lesen lernte er ebenfalls, allerdings nur mühsam und nur dank viel Ausdauer und starkem Willen. Es macht den Anschein, dass das Leben von Leo Schelbert einer gewissen Tragik nicht entbehrte, wie es oftmals bei Künstlertypen vorkommt. Um seinen Lebensunterhalt zu verdienen, arbeitete er vorerst als Coiffeur in seinem "Spiegelsaal", wie er das Haarschneidezimmer selber nannte. In der Folge stellte her Holzschuhe her und später verdiente er mit Drechslerarbeiten sein Brot. Dabei hatte er meist um seine Existenz zu kämpfen. Magenprobleme und die Resignation am Leben führten schliesslich dazu, dass er zeitweise keine Musik mehr machte. Für viele wirkte "ds Tönis Leo” deshalb auch eigensinnig und kauzig in seiner Art. 1966 starb Leo Schelbert mit nur 61 Jahren. Musikalisch gesehen ergab sich bei Leo keine langjährige Partnerschaft, doch trat er mit verschiedenen bekannten Musikanten auf. So spielte er mit Dominik Märchi, Kasi Geisser und Dölf Schmidig, 1949 mit Fredy Zwimpfer, 1951 mit Kobi Buser und Josef Heinzer, genannt "Schründler". Mit Kari Nauer spielte er im Niederdorf in Zürich und hatte dabei viel Erfolg. Auch Franz Schmidig sen. und Franz Föhn sen. waren seine musikalischen Partner. Zwischen 1933 und 1951besuchte Leo Schelbert mit verschiedenen dieser Musikanten das Aufnahmestudio und spielte insgesamt 18 seiner Kompositionen auf Schellackplatten ein. Dabei scheiterte Leo vor dem Mikrofon immer wieder an seinen Nerven und somit waren es letztlich seine Musikpartner die vorspielen mussten. Leo selbst verlegte sich danach auf die zweite Stimme, welche er gerne als sogenannte "Hornstimme“ führte. Ländlermusikanten, die heute Tänze von Leo Schelbert spielen, bezeichnen seine Musik als virtuos, lieblich und melodiös. Es gelang ihm dabei einen eigenen konzertanten Ländlermusikstil zu kreieren, der von anderen Musikern übernommen und weiter entwickelt wurde. Leo Schelbert komponierte 50 bis 55 Stücke, denen er originelle Titel gab: "s' Frauästimmrächt", "am Zirktag" , "mit den 188ern im Engadin" oder "Muotathaler Tango". Auch bei Leo Schelbert trifft es zu, dass sein Talent alleine nicht genügte um ein guter Musiker zu werden. Er übte seine Kompositionen stunden- und tagelang und feilte daran, bis sie seinen Erwartungen entsprachen. Das ist wohl auch mit der folgenden, abschliessenden Kernaussage von Leo Schelbert gemeint: "Orgala cha jedä, aber Musig machä nüd." Quelle: Peter HoldenerObjekte