Albert von Allmen

Daten

*23.08.1911 Frutigen BE, +10.04.1997

Biografie

Albert von Allmen wurde in Frutigen als elftes von fünfzehn Kindern geboren. Er stach schon in der Schule als guter Sänger hervor, so dass ihn der Schulmeister, eine Art Ersatzvater, oft fragte: „Albert, was wei mer mache?“, und nach der leicht zu erratenden Antwort wurde dann wirklich gesungen. Albert war ein Träumer und hatte schon damals immer irgendwelche Melodien im Kopf, so dass der Geissbueb immer vorjodeln musste. Er spielte in der Bubenmusik die Es-Tuba, doch ihr Repertoire umfasste nur gerade den „Etappenmarsch“, was manchmal zu peinlichen Situationen führte. Nach der Schulzeit erlernte Albert im Jura den Käserberuf, in den Krisenjahren zog er umher und arbeitete da und dort beim einem Bauern, bis er 1938 Beamter bei der SBB wurde und von da an in Bern wohnte. Nach der Pensionierung lebte er wieder im „Vaterhus“ in Frutigen, wo er seinen wohlverdienten Ruhestand genoss. Das Hobby der Oberländers war die gesamte Natur, er ging gerne „z’Bärg“, war jeden Tag im Wald anzutreffen. Albert von Allmen bezeichnete sich selber als passionierten Gemsjäger. Von 1939 bis 1944 sang der vor allem im Bernerland grosse Beachtung findende Komponist als Mitbegründer im Jodlerklub „Dählhölzli“ Bern, ab 1945 war er Mitglied des Jodlerklub „Berna“ Bern, dem er auch einige Jahre als Präsident vorstand. Im Dirigenten Hans Schweingruber fand er einen väterlichen Freund und liebenswürdigen Berater, den er immer als grosses Vorbild in Ehren hielt. Mit dem Schwyzerörgeli spielte Albert dem Dirigenten die Liedli vor, welche dieser dann setzte. Bei seinem ersten Lied „Summerabe“ besass er die Melodie und den Jodel schon lange, den dazu passenden Text fand er im Lesebuch seines Sohnes Edy, in einem Gedicht von Hans Zulliger. Von da an vertonte er nur noch eigene Texte, weil auch bei ihm im Schöpfungsmoment alles miteinander hervorsprudelte. Das Komponieren war für Alber wie ein Wahn, der ihn nicht mehr los liess, ihn bedrängte und drückte. Der Frutiger bezeichnete seine Kompositionstätigkeit als nur ganz bescheiden, indem er auf seine geringe Bekanntheit hinwies. Doch da er schon als „Hüeterbueb“ mit Herz und Seele dem Jodeln ergeben war, ist der heimelige Charakter in seinen einfachen Solo- und Duettliedern klar spürbar. Albert von Allmen hat über 40 Lieder geschrieben, die aber zu einem grossen Teil unveröffentlicht blieben. Bekanntheit und grosse Beachtung erlangte er mit den Kompositionen „Uf em Läubli“, „Wett gärn no einisch jutze“ und „Dr Mähder“, die auch im Liederbüchlein „Am Bärgsee“, das er zusammen mit seinem Freund und Komponistenkollegen Emil Herzog herausgab, der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurden. Ein grosses Anliegen war dem Komponisten die Förderung des Nachwuchses. So studierte er mit dem Duett Hans Thommen / Ernst Gasser wie auch mit den Sängern Edy von Allmen / René Anderegg, die alle Aktivmitglieder des Jodlerklubs „Berna“ waren, die verschiedensten „von Allmen-Lieder“ ein. An den Jodlerfesten, wo diese Lieder mit Erfolg vorgetragen wurden, erlangten sie auch den heutigen Bekanntheitsgrad und fanden so den Weg ins Volk. Seine bekanntesten Lieder: „Uf em Läubli“, „Wett gärn no einisch jutze“, „Dr Mähder“. Quelle: Jodlerzeitung1986, Stand 18.6.2009 TA

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