Ferdinand Fürchtegott Huber

Daten

*31.10.1791 St. Gallen, +09.01.1863 St. Gallen

Beruf

Musiker / Musiklehrer Komponist / Dirigent

Instrumente

Trompete Klavier Orgel Gesang

Orte

St. Gallen, St.Gallen, Schweiz Bern, Bern, Schweiz

Biografie

Ferdinand Huber ist uns vor allem als Komponist von Liedern wie "Luegid vo Berg und Thal" bekannt. Als Komponist hat Huber versucht, die "nationale Eigenart" (K. Nef), im Sinne der romantisch-nationalen Idee, zum Ausdruck zu bringen. Er begeisterte sich für die Bergwelt und die Natur, die er in seinen Kompositionen, vor allem den Liedern, zum Ausdruck bringen wollte. Einige seiner Lieder wurden denn auch zu eigentlichen Volksliedern, so das bekannte "Luegid vo Berg und Thal" (nach einem Gedicht von Josef Anton Henne). Auch F. Mendelssohn Bartholdy lobte die Qualität von Hubers Liedern. Huber hatte eine besondere Vorliebe für das Alphorn; er ließ verschiedene Alphörner in derselben Tonart stimmen, so daß mehrstimmiges Spielen möglich wurde. Daneben war Huber ebenso mit der Musik seiner Zeit bekannt. Durch Alexander Müller hatte er Liszt kennengelernt, der im Album d’un voyageur einige von Hubers Lieder übernahm. Huber seinerseits widmete Liszt seine Vierstimmigen Schweizerlieder. Huber stammt aus einer St. Galler Pfarrersfamilie; unter seinen Vorfahren findet sich auch Christian Huber, der Herausgeber der Sammlung Geistliche Seelenmusik (1682). Von 1899 bis 1805 lebte der junge Huber im westfälischen Lippstadt, wohin man ihn zur Erziehung gebracht hatte. Nach St. Gallen zurückgekehrt, äußerte er den Wunsch, Musiker zu werden. Er wurde nach Stuttgart geschickt, wo er von 1807 bis 1811 beim Stadtmusiker Johann Georg Nanz (oder Nast) in die Lehre ging und verschiedene Instrumente erlernte. In Stuttgart kam er auch mit den Hofmusikern, insb. mit C. M. von Weber, in Kontakt. Nach Abschluß seiner Studien wurde er Trompeter im dortigen Hoforchester. 1816 kehrte er in die Schweiz zurück und wurde im folgenden Jahr Musiklehrer am Fellenbergischen Erziehungsinstitut in Hofwil (bei Bern). Er wirkte öfter im Berner Orch. mit, das auch seine erste Kompositionen aufführte. Eine Berufung als Dgt. der Berner Konzerte scheiterte jedoch. In Hofwil lernte er Gottlieb Jakob Kuhn kennen, dessen Dialektgedichte er vertonte. Am Basler Musikfest von 1820 trat er mit eigenen Werken auf. 1824 wurde er Musiklehrer am St. Galler Gymnasium und Org. an St. Katharina. 1825/26 dirigierte er zudem an der St. Galler Saisonoper. Er gründete ferner eine Knabenmusik (1827) und ein Blasmusikkorps (1828), ebenso verschiedene Männerchöre, für die er auch eigene Kompositionen schrieb. Von 1829 bis 1832 unterrichtete er an der Realschule in Bern. Eine Wahl als Dgt. der Stadtmusik kam 1830 wiederum nicht zustande. Huber kehrte erneut nach St. Gallen zurück, wo er als Gesanglehrer an der Realschule und von 1843 bis 1855 als Lehrer für Orgel, Klavier und Violine am Lehrerseminar der Kath. Kantonsschule wirkte. Daneben dirigierte er bis 1847 die Konzerte der Singgesellschaft Zum Antlitz. Seine letzten Jahre verbrachte er mit Komponieren und mit Privatunterricht. Beat Föllmi (MGG2)

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